Fahndungserfolg: 19 Verdächtige festgenommen

Polizei zerschlägt international agierende Drogenbande

Ermittler des Hamburger Landeskriminalamtes haben eine international agierende Drogenbande zerschlagen. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, wurden in den vergangenen Wochen 19 Verdächtige festgenommen. Gegen sechs von ihnen ergingen Haftbefehle - zuletzt wurde ein Deutscher in Spanien gefasst.

Die Bande hatte nach den Erkenntnissen der Ermittler geplant, große Mengen Kokain von Südamerika nach Europa zu schmuggeln. Zudem werden den mutmaßlichen Mitgliedern Straftaten wie räuberische Erpressung und Waffenbesitz vorgeworfen.

Auftraggeber der Drogengeschäfte sind nach Polizeiangaben zwei bereits Mitte Mai verhaftete Mitglieder der umstrittenen Hamburger Investorenfamilie Osmani. Vermutlich seien die Brüder Sefer (36) und Xhafer (39) Cousins von Burim und Bashkim Osmani, sagte der Leiter der Ermittlungsgruppe, Jens Andersen. Burim und Bashkim Osmani stehen derzeit wegen Anstiftung und Beihilfe zur Untreue vor Gericht. Sie sollen über Strohmänner Millionenkredite bei der Volksbank Lauenburg erschlichen haben.

Wenige Tage später wurden dann der 36-jährige Mazedonier Sadri S. und der 32-jährige türkischen Staatsangehörigen Muhammet B. in Wilhelmsburg und auf St. Pauli sowie weitere Beschuldigte festgenommen. Den Verdächtigen wird vorgeworfen, mit Marihuana und Kokain in nicht geringer Menge Handel betrieben zu haben. Neben dem bereits erfolgten Verkauf von 6,5 kg Marihuana besteht gegen die Beschuldigten auch der Verdacht, dass sie - bisher allerdings erfolglos - die Einfuhr von größeren Mengen vorbereiteten.

Zuletzt hatten Zielfahnder des Landeskriminalamtes in Spanien den 45 Jahre alten Deutschen Mayk K. aufgespürt. Ihm wird vorgeworfen, die Drogengeschäfte organisiert zu haben. Der Hamburger wurde am Montag von spanischen Sicherheitsbehörden verhaftet und soll demnächst nach Deutschland ausgeliefert werden. Wer die Ermittler auf die Spur der Bande brachte, wollte die Polizei nicht sagen. Seit Oktober 2006 hatten zeitweise bis zu 15 Beamte an dem Fall gearbeitet.