Sudan: Airbus geht in Flammen auf

"Es war schrecklich im Flugzeug"

Für die Passagiere geriet die Routine zum Albtraum. Kurz nach der Landung explodierte ein Triebwerk des Airbus A310, die Maschine zerbrach. Die Zahl der Toten ist noch unklar.

Khartum. Nach dem Flugzeugunglück mit dutzenden Toten im Sudan hat das Rätselraten über die Unfallursache begonnen. Die Behörden machten widersprüchliche Angaben. Zudem war weiterhin unklar, wie viele der 214 Menschen an Bord des Airbus A310 ums Leben gekommen waren. Das staatliche Fernsehen hatte zunächst von etwa 100 Todesopfern berichtet, ein Abgeordneter sprach von etwa 30, die Polizei von 23 Toten. Zahlreiche Passagiere seien nach dem Unglück einfach nach Hause gegangen, deswegen sei unklar, wie viele Opfer es gegeben habe.

Die Maschine der Fluglinie Sudan Airways war während eines heftigen Unwetters am Dienstagabend auf dem Flughafen der Hauptstadt Khartum gelandet und vom Rollfeld abgekommen, woraufhin es offenbar eine Explosion gab und das Flugzeug in Flammen aufging. Am Mittwochmorgen war der Brand unter Kontrolle und die Behörden begannen mit Untersuchungen zur Unfallursache, wie die staatliche Nachrichtenagentur SUNA berichtete. Von dem Airbus war nur noch der verkohlte Rumpf übrig. Mindestens 114 Menschen hätten sicher überlebt, teilte die Luftverkehrsbehörde mit.

Flughafenchef Jussef Ibrahim sagte dem staatlichen Fernsehen, das Flugzeug sei noch sicher gelandet und der Pilot habe Funkverbindung mit dem Tower gehabt. "In diesem Moment explodierte eines der Triebwerke und die Maschine fing Feuer", sagte Ibrahim. Es handele sich um eine "technische Ursache". Ein Überlebender sagte, die Landung sei sehr unsanft gewesen, dann habe es eine Explosion gegeben. "Die rechte Tragfläche brannte", sagte der Passagier. Bald habe das Feuer auf die Kabine übergegriffen. Die Insassen flüchteten über die Notausgänge.

Passagier Kamal Eddin Mohammed sagte dem arabischen Sender Al Dschasira: "Als wir landeten, ging die Turbine in Flammen auf. Es war schrecklich im Flugzeug." Der Chef der sudanesischen Polizei, Mohammad Najib, hingegen nannte schlechtes Wetter als mutmaßliche Ursache für das Unglück. Deswegen habe die Maschine eine Bruchlandung hingelegt, sei in zwei Hälften zerbrochen und habe schließlich Feuer gefangen. Die Maschine war in der syrischen Hauptstadt Damaskus gestartet und in Jordanien zwischengelandet.

Zuletzt war im Mai ein Flugzeug im südlichen Sudan abgestürzt, dabei kamen 24 Menschen ums Leben. Im Juli 2003 verunglückte eine Boeing 737 der Sudan Airways kurz nach dem Start in Port Sudan. 115 Menschen kamen dabei ums Leben.