SPD-Zukunftskonvent

Gesine Schwan stürmisch gefeiert

Mit einem von den rund 3000 Teilnehmern umjubelten Grußwort der Bundespräsidenten-Kandidatin Gesine Schwan ging am Sonnabend der Zukunftskonvent der SPD in Nürnberg zu Ende gegangen.

Die Hochschulpräsidentin aus Frankfurt an der Oder wandte sich gegen "Schubladendenken" in der Politik und appellierte an die Sozialdemokraten, auf die Menschen zuzugehen und ihnen zuzuhören.

Wer nicht nur an Trickserei und Machterhalt denke, sondern Politik auch mit Spaß an der Sache betreibe, könne die Zukunft gewinnen, sagte die Politologin. Sie werde das eine Jahr vor der Wahl des Bundespräsidenten im Mai 2009 nutzen, um für einen solchen Stil und fairen politischen Umgang miteinander zu werben.

Schwan, die von der SPD-Basiskonferenz stürmische Ovationen erhielt, plädierte für ein soziales Europa. Zugleich forderte sie, Politik dürfe nie nur ein Anhängsel der Wirtschaft sein. Es gebe zurzeit nur zwei Parteien in Deutschland, die auf der Höhe der Zeit und ihrer politischen Herausforderungen seien, nämlich die SPD und die Grünen, sagte die Präsidentin der deutsch-polnischen Universität Viadrina. Im Übrigen sei sie stolz, einer Partei anzugehören, in der auch diskutiert werde.

Dem SPD-Vorsitzenden Kurt Beck bekundete Schwan ausdrücklich ihre Solidarität. Was er an öffentlichem Bashing ausgehalten habe, sei bemerkenswert, und sie gratuliere ihm, dass er es lächelnd tue. Streit und Einigung gehörten zusammen, die SPD sei keine gespaltene Partei. Jetzt müsse sie sich auf die Zukunft konzentrieren, die SPD habe ein gutes Grundsatzprogramm. Die Grundwerte Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit seien weiter aktuell.