Hamburg: Anklage wegen sexueller Nötigung

Polizist steht vor Gericht

Ein Hamburger Polizist muss sich wegen sexueller Nötigung und Körperverletzung seit heute vor dem Amtsgericht Blankenese verantworten. Laut Anklage soll der 29-Jährige im vergangenen September im Schlafzimmer seiner Wohnung eine Bekannte bedrängt haben und dabei gewalttätig geworden sein.

Hamburg. Die Frau habe leichte Hautverletzungen an den Beinen und Unterarmen erlitten. Der Angeklagte äußerte sich zum Prozessauftakt noch nicht zu den Vorwürfen, doch er werde sie bestreiten, sagte sein Verteidiger. Für die Vernehmung des angeblichen Opfers wurde die Öffentlichkeit vom Prozess ausgeschlossen.

Der Polizist hat bereits im Frühjahr 2006 wegen Vergewaltigung vor dem Landgericht gestanden. Er wurde aber freigesprochen, weil das Gericht damals massive Zweifel an der Aussage des vorgeblichen Opfers hatte.

Der Verteidiger des Polizisten beklagte, dass sein Mandant während des neuen Ermittlungsverfahrens nicht mit der gebotenen Fairness behandelt worden sei. Er sprach von "überschießenden Vorwürfen" in der Anklage. Der 29-jährige Polizist war von einem Mobilen Einsatzkommando und laut seinem Anwalt "unter Vorhalt einer Pistole" im Polizeipräsidium festgenommen worden. Den Haftbefehl gegen den Mann hatte die Blankeneser Amtsrichterin später aufgehoben.