Studie: Vorwürfe gegen Friedenstruppe

Haben Blauhelme Kinder missbraucht?

Sexueller Missbrauch von Kindern durch Friedenstruppen und Katastrophenhelfer ist einem Bericht zufolge weit verbreitet. Die Bemühungen zum Schutz junger Menschen in Krisengebieten seien nicht ausreichend, kritisierte die Gruppe Save the Children UK in einer jetzt vorgestellten Studie.

London. Das Ausmaß sexueller Übergriffe in Krisengebieten sei erheblich, wenngleich die meisten Fälle nicht gemeldet würden. Solange das Schweigen nicht durchbrochen werde, seien Bemühungen zum Scheitern verurteilt, den Kindesmissbrauch abzustellen.

Save the Children gründet seine Vorwürfe auf der Befragung von 250 Kindern und 90 Erwachsenen in Haiti, dem Südsudan und der Elfenbeinküste. Zudem wurden vertiefende Interviews mit einigen Betroffenen geführt. Zutage kam dem Bericht zufolge eine ganze Bandbreite von Missbrauchsfällen wie Sex für Nahrungsmittel, Vergewaltigung, sexuelle Belästigung, Kinderprostitution und -pornografie sowie Kinderhandel. In den meisten Fällen seien Soldaten von UN-Friedenstruppen als wahrscheinliche Täter identifiziert worden. Darüber hinaus seien auch Mitarbeiter von Hilfsorganisationen genannt worden.

Das Problem betreffe alle in Krisengebieten tätigen Hilfsorganisationen, sagte die Chefin der britischen Sektion von Safe the Children, Jasmine Whitbread. Die Organisationen müssten sich der Missbrauchsproblematik bewusstwerden und sie entschlossen bekämpfen. Safe the Children schlug die Gründung einer weltweit tätigen Institution zum Kampf gegen den Missbrauch vor. Die Vereinten Nationen und einige nichtstaatliche Organisationen hätten Aktionen gegen den Kindesmissbrauch bereits verstärkt.

( rtr )