Präsidentenwahl:

Hintergrund: Gesine Schwan in Zitaten

Die Politik-Professorin Gesine Schwan (SPD) steht an der Spitze der Europa-Universität in Frankfurt (Oder) und ist Polen- Beauftragte der Bundesregierung. Schwan verlor bei der Bundespräsidentenwahl 2004 knapp gegen Horst Köhler, im Mai soll sie erneut antreten. Wir stellen die Kandidaten mit einer Auswahl von Zitaten vor.

Hamburg. "Offen gestanden finde ich ja, dass Männer von Frauen mehr lernen können als umgekehrt. ... Ich finde, Frauen sollten weniger selbstkritisch sein, sich nicht so zurücknehmen und offensiv sein." Februar 2008 im Magazin "Der Spiegel":

"Ich gehöre nicht zu den Nostalgikern. Ich glaube weder, dass wir in einer Welt des Werteverfalls leben noch dass früher alles besser war. Trotzdem gibt es natürlich eine Grundströmung in unserer heutigen Welt, die solidarisches Engagement torpediert, nämlich die massive ökonomische Globalisierung." April 2007 im Interview mit "Zeit Online"

"In Deutschland gibt es viel mehr Steifheit als anderswo. Bei der WM hat man ja selig davon gesprochen, dass jetzt plötzlich alles ganz anders ist. Ich bin davon überzeugt, dass das vor allem am Wetter lag. Diese warmen Nächte haben die Menschen auf die Straße geholt, und plötzlich haben sie sich als soziale Wesen entdeckt." April 2007 im Interview mit "Zeit Online"

"Es gibt in Deutschland große Vorurteile gegen Polen, auch in gebildeten Kreisen. Polen reagieren zunehmend ärgerlich auf Witze über Putzfrauen oder Autoklau. ... Trotzdem bringen die Polen den Deutschen viel mehr Sympathie entgegen als umgekehrt." November 2006 im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa

"Es wäre schlecht, wenn die Ewiggestrigen, die in keinem unserer Länder fehlen, in der kommenden Zeit Negativemotionen schüren und die Früchte des Aufbaus von Vertrauen schmälern." September 2006 in der polnischen Zeitung "Rzeczpospolita"

"Wir haben also nur 30 bis 40 Prozent Deutsche, die wirklich entschieden gegen den Antisemitismus sind." Januar 2005 im Gespräch mit dem Fernsehsender N24

"In Ostdeutschland steigt die Gefahr, dass die Demokratie selbst infrage gestellt wird. Ich beobachte eine forcierte DDR-Nostalgie. Man glaubt, viele Regelungen - vor allem im sozialen Bereich - seien dort besser gewesen." September 2004 im Magazin "Stern"

"Familie als stabile Partnerbeziehung, in der Kinder aufwachsen, muss wieder lebbar gemacht werden. ... Wenn ich nicht Kinder und Enkel habe, interessiere ich mich deutlich weniger dafür, was nach mir kommt." April 2004

"Ich kandidiere als Frau. Ich sage freimütig, dass Gerhard Schröder mich nicht vorgeschlagen hätte, wenn ich ein Mann wäre." April 2004

"Für mich sind die Menschen in ihrer Würde gleich, aber nicht in ihren Lebenschancen. Da gibt es furchtbare Diskrepanzen. Die Politik ist dazu da, diese so weit es geht auszugleichen." März 2004 in der Tageszeitung "Die Welt"

"Reformen sind notwendig und bieten eine große Chance, aber sie haben zur Folge, dass man Risiken eingehen muss. Dazu sind die Menschen nur bereit, wenn sie wissen, dass es eine allgemein akzeptierte Grenze gibt, unter die niemand fallen wird." März 2004