Bohrinsel in der Nordsee wegen Öllecks evakuiert

Eine norwegische Bohrinsel in der Nordsee ist am Sonnabend wegen eines Öllecks evakuiert worden. Wie die Betreiber mitteilten, wurden Arbeiter in Sicherheit gebracht. Die Lage sei zwar ernst, es sei aber niemand verletzt worden.

Oslo. Nach einem Ölleck hat auf einer norwegischen Bohrinsel Explosionsgefahr bestanden. 156 der 217 Beschäftigen wurden deshalb per Hubschrauber auf andere Ölplattformen in der Nordsee ausgeflogen, wie das Betreiberunternehmen StatoilHydro ASA am Sonnabend mitteilte. "Die Lage ist ernst und verworren", räumte Firmensprecher Ola Morten Aanestad ein. 61 Arbeiter, die für Notreparaturen zuständig seien, blieben aber zunächst auf der Bohrinsel.

Den Angaben zufolge begann das Öl bei Wartungsarbeiten an einem Schaft der Plattform auszulaufen. Zwei Arbeiter seien austretendem Gas ausgesetzt gewesen, doch sei niemand ernsthaft verletzt worden, erklärte Aanestad. Wegen der Explosionsgefahr müsse das Öl aus Sicherheitsgründen ins Meer abgeleitet werden. Spezialschiffe seien jedoch auf dem Weg, um den Ölteppich abzusaugen.

Wie viel Öl ins Meer geflossen ist, war zunächst unklar. Der lecke Öltank enthält Firmenangaben zufolge 1,3 Millionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter). Die Erölproduktion sei sofort nach der Entdeckung des Lecks am Sonnabendmorgen um 06.30 Uhr MESZ eingestellt worden. "Wir konzentrieren uns ganz auf die Beschäftigten und die Umwelt", betonte Aanestad.

Die rund 200 Kilometer westlich von Bergen gelegene Statfjord A wurde 1979 in Betrieb genommen. Sie ist eine der ältesten norwegischen Bohrinseln in der Nordsee.

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