Formel 1

Silberpfeil-Pilot Hamilton gewinnt in Monaco

McLaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton hat bei der Regenlotterie von Monte Carlo das große Los gezogen und die rote Siegesserie gestoppt. Hamilton übernimmt WM-Führung.

Monte Carlo. Während der Brite beim teilweise verregneten Großen Preis von Monaco mit dem sechsten McLaren-Mercedes-Sieg im Glücksspielparadies in den vergangenen elf Jahren die WM-Führung übernahm, durfte sich der Pole Kubica im BMW-Sauber über Platz zwei vor Pole-Mann Felipe Massa im Ferrari freuen. Sutil lag bei dem Chaosrennen bis kurz vor Ende im zweitklassigen Force India auf dem vierten Rang, musste dann aber nach einer Kollision mit Weltmeister Kimi Räikkönen aufgeben. Somit war Toro-Rosso-Pilot Sebastian Vettel als Fünfter bester Deutscher.

"Ein sensationeller Lewis - grandios. Die beste Strategie, der beste Speed und bestimmt auch ein bisschen Rennglück - für mich ist unser sechster Sieg in Monaco der bisher großartigste", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug nach Hamiltons zweitem Saisonerfolg und sechsten Grand-Prix-Sieg seiner Karriere. "Der Kampf um den WM-Titel ist offen und jetzt wollen wir dranbleiben."

Dagegen war Hamiltons bester Formel-1-Freund Sutil der Pechvogel: Im zweitklassigen Force India lag er nach einer überragenden Leistung zehn Minuten vor Ablauf der Rennzeit auf den vierten Platz noch vor dem Räikkönen. Doch dann raste der Ferrari-Pilot dem Gräfelinger in der Wagen. Sutil musste aufgeben, Räikkönen wurde nur Neunter, blieb ohne Punkte und verlor seine WM-Spitzenposition.

Auch für die anderen Mitglieder der schwarz-rot-goldenen Fahr-Gemeinschaft verlief die Hatz durch die engen Straßen ereignisreich: Vettel schaffte bei der Premiere im neuen Toro Rosso STR 3 einen starken fünften Rang und holte vier Punkte. Für Nico Rosberg, der nach einer tollen Qualifikation von Platz sechs gestartet war, war das Rennen in seiner Wahlheimat 17 Runden vor Schluss nach einem Unfall beendet.

Timo Glock im Toyota musste nach einigen Drehern und Zwangs-Boxenstopps sich mit dem 12. Rang zufriedengeben. Während sein Teamkollege Kubica sich als Zweiter feiern lassen durfte, hatte Nick Heidfeld immer wieder großes Pech und wurde am Ende 14.

Beim ersten Rennen unter feuchten Bedingungen seit dem Verbot der Traktionskontrolle zu Beginn der Saison gab es ohnehin viele Berührungen, Rutscher und Kollisionen. Selbst Hamilton hatte nach einem Einschlag in die Streckenbegrenzung inklusive Reifenschaden bereits in der fünften Runde an die Box fahren müssen und wurde aufgetankt.

Trotz des Missgeschicks ließ sich der Brite nicht stoppen und arbeitete sich bis knapp zur Hälfte des Rennens wieder nach vorn. Nach zwei Stunden auf dem 3,34 Kilometer langen Kurs-Klassiker siegte Hamilton mit drei Sekunden vor Kubica. In der Fahrerwertung führt Hamilton nach sechs Rennen mit 38 Zählern vor Räikkönen (35 Punkte), Massa (34) und Kubica (32). Heidfeld ist als bester Deutscher (20) Fünfter.