Berlin: Bundespräsident kandidiert für zweite Amtszeit

Köhler tritt wieder an

"Ich habe mich entschlossen, im kommenden Jahr erneut für das Amt des Bundespräsidenten zu kandidieren", sagte Horst Köhler in Berlin an. "Sie können sich darauf verlassen, dass ich mein Bestes gebe."

Berlin. Das Land habe in den vergangenen Jahren eine gute Entwicklung genommen. Diesen Weg wolle er weiter begleiten, sagte der 65-Jährige. Den Parteivorsitzenden habe er seinen Entschluss mitgeteilt, sagte Köhler. Ein Scheitern gegen einen möglichen Gegenkandidaten der SPD fürchte er nicht. "Einen einen demokratischen Wahlkampf braucht niemand zu fürchten", betonte Köhler. "Ich sehe der Entwicklung mit Ruhe und Gelassenheit entgegen." Er erfahre große Unterstützung aus der Bevölkerung, und es gebe Parteien, die ihn unterstützen. "Ich bin sehr zuversichtlich." Einen Wahlkampf werde er nicht organisieren.

Ursprünglich war die Erklärung Köhlers für Freitag erwartet worden. An diesem Tag jährt sich das Inkrafttreten des Grundgesetzes zum 59. Mal. Genau ein Jahr später, am 23. Mai 2009, wählt die Bundesversammlung den neuen Bundespräsidenten. Köhler habe mit der vorzeitigen Bekanntgabe am Donnerstag auf die immer heftigere Kandidatendebatte reagiert, hieß es am Donnerstag in Unionskreisen.

CDU, CSU und FDP haben sich bereits für die Wiederwahl Köhlers ausgesprochen. Die SPD hat hingegen offengelassen, ob sie einen Gegenkandidaten zu Köhler nominiert. Der Parteivorstand hat angekündigt, möglichst rasch nach der Erklärung Köhlers zu entscheiden, ob die SPD mit Gesine Schwan eine eigene Kandidatin ins Rennen schickt. Die Präsidentin der Viadrina-Universität in Frankfurt/Oder war Köhler 2004 knapp unterlegen.

Linke und Grüne wollen das Ergebnis der Landtagswahl in Bayern am 28. September abwarten, bevor sie sich positionieren. Erst dann entscheidet sich, ob Union und FDP ihre knappe absolute Mehrheit in der Bundesversammlung behaupten können.

( ap )