Wirtschaft: Ölpreis auf Rekordjagd

Diesel so teuer wie Benzin

Der Ölpreis ist erstmals über die Schwelle von 132 Dollar gesprungen. In Deutschland mussten Autofahrer für Diesel erstmals so viel bezahlen wie für Superbenzin.

New York/Hamburg. US-Leichtöl schoss am Mittwoch an der New Yorker Rohstoffbörse in der Spitze auf 132,08 Dollar pro Barrel (159 Liter). In Deutschland kostete Diesel erstmals so viel wie Superbenzin. Beide Produkte lagen im Bundesschnitt bei etwa 1,52 Euro je Liter. Der ADAC warf den Mineralölkonzernen vor, beim Dieselpreis im Schatten der Ölverteuerung abzusahnen.

Als Grund für den Preisaufschlag beim Öl von über 3 Dollar am Mittwoch nannten Experten unter anderem die steigende Nachfrage und daraus resultierende Versorgungsängste. Die US-Regierung hatte am Mittwoch zudem mitgeteilt, dass die Vorräte an Rohöl und Benzin in der vergangenen Woche unerwartet gesunken seien. Öl ist derzeit etwa doppelt so teuer wie vor einem Jahr. Analysten erwarten, dass der Preis seinen Höhenflug fortsetzen wird. In den nächsten zwei Jahren könnte er nach aktuellen Prognosen bis auf 200 Dollar je Fass steigen.

Als Auslöser für den jüngsten Preisschub gilt unter anderem ein Bericht, wonach der Präsident der Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC) angekündigt hat, die Länder der Vereinigung würden ihre Fördermenge zunächst nicht erhöhen. Erschwerend kommen schon seit einiger Zeit der große Energiehunger Asiens sowie der schwache Dollar hinzu.

Derzeit seien die Öl-Märkte von einer Mischung aus Versorgungsängsten, Einflüssen der Finanzmärkte und Prognosen über die weitere Preisentwicklung geprägt, sagte die Sprecherin des Mineralölwirtschaftsverbandes, Barbara Meyer-Bukow, der AP in Hamburg. Zuletzt gab es zudem Lieferschwierigkeiten bei Öl aus dem Förderland Nigeria. Auch geopolitische Spannungen etwa zwischen Iran und den USA trieben den Preis. Das für die Versorgung in Europa wichtige Nordseeöl der Sorte Brent legte am Mittwoch am Handelsplatz in London ebenfalls weiter zu und kostete zwischenzeitlich 129,72 Dollar je Fass.

Der teure Öl schlägt schon seit Wochen voll auf die Verbraucher in Deutschland durch. An den Tankstellen müssen Autofahrer derzeit Spritpreise auf Rekordniveau zahlen. Die weltweit hohe Nachfrage sei der Grund, dass Diesel erstmals genauso viel koste wie Superbenzin, hieß es aus der Mineralölbranche. Diesel ist damit in Deutschland teuer wie nie. In der jüngsten Vergangenheit hatten sich die Preise für Diesel und Superbenzin schrittweise angenähert. Regional hatten beide Produkte bereits vor einigen Tagen zumindest zeitweilig gleich viel gekostet.

Am europäischen Einkaufsmarkt in Rotterdam kostete eine Tonne Benzin am Mittwoch etwa 1.090 Dollar, eine Tonne Diesel rund 1.290 Dollar. Experten hatte zuletzt mehrfach betont, die Autofahrer in Deutschland müssten sich dauerhaft auf hohe Spritpreise einstellen.