Bad Segeberg: Schlangenlinien bei Tempo 140

Autofahrerin mit mehr als vier Promille gestoppt

Die Polizei hat in Schleswig-Holstein eine Autofahrerin mit rekordverdächtigem Alkoholpegel aus dem Verkehr gezogen. Im Wagen befand sich auch ihre sechs Jahre alte Tochter.

Bad Segeberg. Die 38-Jährige fiel am Mittwochabend auf einer Landstraße zwischen Pinneberg und Schenefeld auf, weil sie in Schlangenlinien und mit rund 140 Stundenkilometern fuhr, wie die Polizei in Bad Segeberg am Donnerstag mitteilte. Ein Streifenwagen habe die Frau gestoppt, ein Alkoholtest habe 4,04 Promille ergeben. Bei der Überprüfung der Wohnanschrift hätten Beamte bei dem gleichzeitig mit seinem Auto eintreffenden Ehemann ebenfalls Alkoholgeruch festgestellt. Sein Test zeigte laut Polizei "nur" 0,9 Promille an.

Erst am Dienstag hatte die Polizei in Kiel eine 34-jährige Autofahrerin mit ebenfalls mehr als vier Promille gestoppt. Derart hohe Alkoholwerte führen nach Angaben des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein normalerweise zu Bewusstlosigkeit bis hin zum tödlichen Atemstillstand. "Wenn Menschen in diesem Zustand überhaupt noch handlungsfähig sind, kann davon ausgegangen werden, dass es sich um sogenannte Pegeltrinker handelt", sagte Institutsdirektor Hans-Jürgen Kaatsch der AP.

Pegeltrinker sind demnach körperlich abhängig und haben permanent einen gewissen Grundpegel Alkohol im Blut. An diesen sei der Körper gewöhnt und brauche ihn regelrecht, um zu funktionieren. Wenn der Pegeltrinker dann auf diesen Pegel noch weiteren Alkohol zuführe, kämen derart hohe Werte zustande, sagte der Mediziner.

( AP )