Urteil: "Ein tragischer Vorfall für alle Beteiligten"

Heimtückische Tötung - Student bleibt in Psychiatrie

Der 23 Jahre alte Angeklagte hatte Ende vergangenen Jahres einen Rentner erwürgt. Aufgrund einer krankhaften seelischen Störung sei er dabei jedoch schuldunfähig gewesen, urteilte das Landgericht Kiel.

Kiel. Das Opfer war der 71 Jahre alte Zimmergenosse des Angeklagten im psychiatrischen Krankenhaus in Preetz (Kreis Plön). Dort hatte sich der Student am 2. Dezember 2007 in Behandlung gegeben. Nur wenige Stunden darauf geschah die Tat.

In der Urteilsbegründung des heißt es, der Angeklagte leide an einer schizophrenen Psychose. Gedanken, dass etwas in ihm falsch sei und er etwas Schlimmes tun werde, hätten den jungen Mann vor und nach der Tat gequält. Er habe den Realitätsbezug und die Fähigkeit, das Unrecht seiner Tat einzusehen, verloren. Da weitere Taten zu erwarten seien, müsse der Angeklagte unter psychiatrischer Beobachtung bleiben.

Der 23-Jährige leidet seinen eigenen Angaben zufolge seit Jahren an Zwängen. Er hatte sich in den Monaten vor der Tat vom Physikstudium und seiner Kirchengemeinde zurückgezogen und die Wohnung nicht mehr verlassen. Seine Mutter rief einen Arzt, der die Einweisung in die psychiatrische Klinik in Preetz veranlasste. Noch in der ersten Nacht erwürgte der Student seinen Zimmergenossen im Schlaf.

Bei der Tat handele es sich um einen tragischen Vorfall für alle Beteiligten, sagte der Vorsitzende Richter. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung und Nebenklage hatten die Unterbringung in der Psychiatrie gefordert.

( dpa, abendblatt.de )