Hamburg: Schwarz-grüne Bildungspläne

Keine neuen Hauptschulklassen mehr

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Das Ende der Hauptschule in Hamburg beginnt in diesem Sommer. „Hamburg wird zum neuen Schuljahr keine neuen siebten Hauptschulklassen mehr einrichten, um nicht noch einen ganzen Jahrgang unnötigerweise isoliert zu unterrichten“, sagte die neue Schulsenatorin Christa Goetsch von der Grün-Alternativen Liste (GAL). Stattdessen sollen die Jugendlichen gemeinsam mit den Realschülern lernen.

Hamburg. Der Vorgang sei in Hamburg leichter als beispielsweise in Berlin, weil es in der Hansestadt bereits jetzt keine eigenständigen Hauptschulen mehr gebe, sagte Goetsch: "Schon jetzt sind sie mit Realschulen an einem Ort, es gibt nur isolierte Hauptschulklassen." Derzeit bilden in Hamburg die Klassen fünf und sechs eine Beobachtungsstufe, danach wird in Haupt- und Realschulklassen getrennt.

Künftig soll es neben Gymnasien nur noch die sogenannten Stadtteilschulen geben, die sich aus den bisherigen Haupt-, Real- und Gesamtschulen zusammensetzen. Die Einführung hatte eine überparteiliche Enquete-Kommission empfohlen, CDU und Grüne nahmen sie in ihren Koalitionsvertrag auf. Allerdings beschloss die neue Regierung, mit der Zusammenlegung ein Jahr früher als geplant zu beginnen, also schon zum Schuljahr 2008/09.

"Ziel ist, ein lernförderliches, anregungsreiches Milieu zu schaffen", sagte Goetsch. Es habe sich gezeigt, dass Schüler in Hauptschulklassen besonders stark von Belastungen aus dem häuslichen Umfeld betroffen seien. "Da können sie noch so viel Förderstunden geben - das Lernen ist nicht das Hauptproblem", sagte die GAL-Politikerin und fügte hinzu: "Es geht darum, Jugendliche in gemischten Gruppen in allen ihren Talenten und Fähigkeiten zu fördern." Darunter würden die Realschüler nicht leiden.

Außerdem stehen der Senatorin zufolge nach dem Sommer die ersten regionalen Bildungskonferenzen in den Stadtteilen auf dem Programm. Schulen und Elternvertreter kommen zusammen, um die anstehenden Veränderungen auf den Weg zu bringen. Dazu gehört auch die neue sechsjährige Primarschule, die die bisherige vierjährige Grundschule ablösen soll und längeres gemeinsames Lernen bietet.

Um derzeit große dritte und vierte Klassen zu entlasten, plant die neue Bildungssenatorin ab nächstem Schuljahr sogenannte Teilungsstunden. Schulen bekämen mehr Stunden zugewiesen, um Schüler besser individuell fördern zu können, erklärte Goetsch. Hamburger Grundschulen hätten noch vor einigen Jahren die höchste Klassenfrequenz in Deutschland gehabt, mit bis zu 30 Schülern. Die Vorgängerregierung habe zwar im vergangenen Jahr für die erste Klasse eine Reduzierung eingeführt, aber die höheren Klassen seien noch immer zu groß.

( ap )