China: Beschädigte Staudämme

Jetzt drohen Flutwellen und Überschwemmungen

Die Wasserreservoirs in der Provinz Sichuan werden zu einer tickenden Zeitbombe. Sollten die Dämme brechen, wäre dies für viele Verschüttete der sichere Tod. Erste Evakuierungen wurden bereits angeordnet. Indessen gehen chinesische Medien davon aus, dass mehr als 50 000 Menschen ihr Leben verloren haben.

Peking. Der Minister für Wasserressourcen, Chen Lei, sagte am Donnerstag in Peking, viele der Wasserreservoirs in der Provinz Sichuan wiesen "bislang unbekannte, erhebliche Schäden" durch das Erdbeben auf. Es sei nötig, die potenziellen Gefahren zu ermitteln, sagte der Minister laut Nachrichtenagentur Xinhua.

Oberhalb der Stadt Beichuan, wo tausende Verschüttete noch unter Trümmern liegen, hatte außerdem ein großer Erdrutsch den Jianjiang-Fluss blockiert. Das Wasser staute sich an der Barriere aus Geröll und Felsen zu einem See, so dass eine Flutwelle befürchtet wurde. "Wenn die Blockade im Fluss bricht, wird eine Flutwelle die Stadt überschwemmen", warnte ein Experte in chinesischen Medien. "Die Verschütteten werden alle umkommen."

Das Seismologische Amt in Sichuan berichtete telefonisch der Deutschen Presse-Agentur dpa in Peking, Experten seien zu der Stelle gefahren, um die mögliche Bedrohung einschätzen zu können. "Dammbrüche können zu massenhaft Opfern führen, wenn die Inspektionen und die Rettungsarbeiten nicht rechtzeitig erfolgen", warnte der Vizeminister für Wasserressourcen laut "China Daily". Im Landkreis Maoxian waren zwei Staudämme so "schwer beschädigt", dass Evakuierungen angeordnet wurden.

Überdies könnte die Zahl der Toten mehr als 50 000 erreichen. Das berichteten amtliche Medien unter Hinweis auf den Krisenstab.

Filmberichte zur Lage in China