Dalai Lama: Treffen mit Koch und Wieczorek-Zeul

"Wir suchen keine Unabhängigkeit"

Das geistliche Oberhaupt der Tibeter nach dem Treffen mit dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch: Tibet habe aber ein einmaliges kulturelles Erbe und eine reiche buddhistische Tradition, die nach einem Sonderstatus verlange.

Frankfurt/Main. Der Dalai Lama sagte, die chinesische Führung habe seit Ende der 50er Jahre den Sonderstatus von Tibet in Frage gestellt. Dies sei die Ursache für die wiederkehrenden Krisen und Demonstrationen in Tibet. Mit Blick auf die Gespräche zwischen Exiltibetern und der chinesischen Führung sagte der Dalai Lama, eine konstruktive Verständigung sei möglich. Allerdings fehle es bislang noch an Vertrauen.

Koch hieß den tibetischen Gast am Frankfurter Flughafen willkommen. Anschließend nahmen beide ein gemeinsames Frühstück ein. Der Dalai Lama komme in einer für das tibetische Volk schwierigen Situation, sagte der CDU-Politiker. Die Sache der Tibeter werde in Deutschland mit großer Sympathie verfolgt.

Der hessische Ministerpräsident betonte, Deutschland wolle gute Beziehungen zu China. Gleichzeitig unterstütze die Bundesrepublik aber auch die Anliegen der Tibeter: "Die Probleme können nur innerhalb Chinas gelöst werden." Koch sagte, nach seinem Eindruck habe die chinesische Führung ihre bisherige Haltung gegenüber Tibet als falsch erkannt.

Der CDU-Politiker lobte Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) für ihre Entscheidung, den Dalai Lama am Montag zu empfangen. Schon vor Reiseantritt hatte der Besuch des Dalai Lama für politische Verwicklungen gesorgt. Sowohl Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier als auch Bundespräsident Horst Köhler lehnten ein Treffen mit dem Tibeter ab. Bundeskanzlerin Angela Merkel selbst befindet sich während des Besuchs auf einer Südamerikareise.