Rajasthan: Panik nach Bombenexplosionen

Schwerer Anschlag auf indische Urlaubsmetropole

Bei einer Bombenserie in der nordwestindischen Touristenmetropole Jaipur sind am Abend mindestens 60 Menschen getötet und rund 100 weitere verletzt worden.

Neu Delhi. Der Nachrichtensender NDTV meldete unter Berufung auf die Behörden, zwischen fünf und sieben Bomben seien binnen einer halben Stunde im Zentrum der Hauptstadt des Bundesstaats Rajasthan detoniert. In den betroffenen Gegenden, die nahe beieinander liegen, sei Panik ausgebrochen. Die Behörden riegelten die Grenzen von Rajasthan ab und lösten für den Bundesstaat und benachbarte Gebiete die höchste Alarmstufe aus. Die Regierung rief die Bevölkerung zur Ruhe auf.

Das Innenministerium in Neu Delhi sprach von einem Terrorangriff. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Die Nachrichtenagentur PTI berichtete, einer der Sprengsätze sei auf einem Markt detoniert, wo sich eine große Menge Menschen an einem Tempel des Hindu-Gottes Hanuman versammelt hätten. Hanuman-Anhänger feiern ihren Gott Dienstags. Eine andere Bombe sei in einem Laden, eine weitere in einem Auto explodiert.

Jaipur hat mehr als zwei Millionen Einwohner und befindet sich rund 260 Kilometer von Neu Delhi entfernt. Die Hauptstadt des Wüstenstaates Rajasthan gehört zu den beliebtesten Reisezielen ausländischer Touristen. Sie ist wegen der vorherrschenden Gebäudefarben ocker und rosa auch als "rosa Stadt" bekannt.

Indien wurde in den vergangenen Jahren immer wieder von Bombenanschlägen erschüttert. Im August 2007 kamen bei einer Anschlagsserie in der südindischen Millionenstadt Hyderabad 43 Menschen ums Leben. Im vergangenen November wurden bei mehreren nahezu zeitgleich verübten Bombenanschlägen auf Gerichtsgebäude in drei nordindischen Städten mindestens 13 Menschen getötet. Die Behörden lasten die Anschläge muslimischen Extremisten aus der umkämpften Kaschmir-Region an.