Umfrage: Angst vor Sturmfluten

Hamburger fürchten den Klimawandel

Die Menschen in Hamburg empfinden den Klimawandel einer Umfrage zufolge als große Bedrohung. Besonders die jüngeren Generationen sehen sich durch Naturkatastrophen wie Sturmfluten gefährdet.

Hamburg. Entsprechend äußerten sich 61 Prozent der Hanseaten in einer vom GKSS- Forschungszentrum Geesthacht veröffentlichten Forsa-Studie. Die größte Angst besteht vor Sturmfluten (83 Prozent). 44 Prozent gaben an, sie nähmen die Folgen des Klimawandels bereits wahr. "Die Umfrage macht deutlich, dass der Klimawandel in den Köpfen der Hamburger präsent ist. Das Risikobewusstsein für Naturkatastrophen ist hoch", sagte Prof. Beate Ratter, Leiterin der GKSS-Abteilung "Sozioökonomie im Küstenraum".

Forsa hatte 500 Hanseaten im März und April 2008 befragt. Ausbildung oder Geschlecht machen bei der Risikowahrnehmung der Hamburger kaum einen Unterschied. Das Alter der Befragten hat jedoch Einfluss auf die Beurteilung der Klimagefahr. Jugendliche und Befragte bis 45 Jahre sehen sich besonders von einer Naturkatastrophe bedroht.

"Erstaunlicherweise fühlt sich die Generation, die die große Sturmflut 1962 eventuell selbst erlebte, deutlich weniger beängstigt", sagte Ratter. So fürchten 69 Prozent der über 60 jährigen Hamburger keine Naturkatastrophen, obwohl 72 Prozent von Ihnen zuvor angaben, den Klimawandel bereits heute zu spüren oder in spätestens zehn Jahren deutliche Folgen erwarten. "Das Risikobewusstsein ist das A und O im Katastrophenmanagement. Wenn es in den Köpfen der Hamburger keinen Platz für präventives Handeln und den Schutz im Katastrophenfall gibt, greifen alle anderen Bemühungen kaum", sagte Ratter.

Unabhängig von der Forsa-Studie erarbeiten Küstenforscher aus Geesthacht bereits seit einem halben Jahr gemeinsam mit Instituten der Universität Hamburg einen Klimabericht für die Metropolregion Hamburg. Dieser Report fasst den derzeitigen Wissenstand zum Klimawandel in der Region zusammen. Erste Ergebnisse werden Ende 2009 erwartet.