Prozess: Prinz Ernst August kämpft um seinen Ruf

Caroline von Monaco sagt Gerichtstermin ab

Aus Sorge vor einem Medienauflauf im Gerichtsflur hat Caroline von Monaco eine Befragung als Zeugin vor dem Landgericht Hildesheim am kommenden Montag abgesagt. In dem Rechtsstreit geht es um eine Attacke von Carolins Ehemann, Ernst August von Hannover, auf einen Diskobesitzer in Kenia.

Hildesheim. Weil das Gericht den Termin den Medien angekündigt habe, habe Caroline mitgeteilt, dass sie zu der nicht öffentlichen Vernehmung nicht erscheinen werde, teilte ein Sprecher des Gerichts am Dienstag mit. Das Gericht sei presserechtlich allerdings verpflichtet gewesen, den Termin bekanntzumachen.

Das Landgericht will prüfen, ob es ein eigentlich bereits abgeschlossenes Gerichtsverfahren gegen Carolines Ehemann, Ernst August Prinz von Hannover, wieder aufnimmt. In dem Rechtsstreit geht es um eine Attacke des Prinzen auf einen Discobesitzer in Kenia. Insgesamt sollen sechs Augenzeugen des Vorfalls im Jahr 2000 unter Ausschluss der Öffentlichkeit aussagen. Nach der Absage von Caroline von Monaco will das Gericht am kommenden Montag nun zunächst die übrigen fünf geladenen Zeugen befragen. Wenn eine Befragung von Caroline zu einem späteren Zeitpunkt nötig sei, werde der Termin erneut den Medien angekündigt, sagte der Gerichtssprecher.

Caroline von Monaco sei weiterhin "unbedingt aussagewillig", erklärte ihr Anwalt Hans Wolfgang Euler am Dienstag. Für eine Vernehmung sei das Gericht dabei nicht an den Gerichtsort Hildesheim gebunden. Caroline habe sich zur Absage der Vernehmung aufgrund einer Empfehlung der monegassischen Regierung entschieden, die die Veröffentlichung des exakten Zeitpunktes für eine Indiskretion halte und deswegen Sicherheitsprobleme befürchte.

Ernst August war 2004 vom Landgericht Hannover wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 445 000 Euro verurteilt worden. Sein früherer Verteidiger hatte damals erklärt, der Adelige habe das Opfer geschlagen und dabei eine Art Schlagring in der Hand gehabt. Dies, so sagt es der Prinz nach Gerichtsangaben, sei falsch gewesen. Ziel des Antrags auf Wiederaufnahme des Verfahrens sei es, eine Verurteilung nur wegen "tätlicher Beleidigung oder allenfalls vorsätzlicher Körperverletzung zu erreichen".

Das Landgericht Hildesheim hatte den Antrag auf Wiederaufnahme zunächst abgelehnt. Eine Beschwerde des Prinzen dagegen beim Oberlandesgericht Celle hatte Erfolg.