Benzin: Autofahrer zahlen immer mehr

Spritpreise auf Rekordniveau

Das teure Öl treibt die Spritpreise in Deutschland auf Rekordniveau. Für einen Liter Superbenzin mussten nach Angaben aus der Mineralölbranche am Mittwochabend im Schnitt etwa 1,48 Euro bezahlt werden. Für den Liter Diesel wurden über 1,42 Euro fällig.

Hamburg/New York. Auch der Preis für Rohöl steigt unaufhaltsam und hat fast die Marke von 124 Dollar je Barrel (159 Liter) erreicht. Ein Ende der Rallye ist nicht in Sicht.

Die Notierung für US-Leichtöl kletterte am Mittwoch an der Rohstoffbörse in New York in der Spitze auf die Rekordmarke von 123,93 Dollar, eher sie am Donnerstag im asiatischen Handel wieder etwas zurückfiel. Experten zeigten sich verwundert über die Preisjagd: "Es gibt keine fundamentalen Gründe", sagte die Sprecherin des Mineralölkonzerns Esso, Gabriele Radke, der AP. Derzeit seien mehr psychologische Faktoren als das Verhältnis aus Angebot und Nachfrage für das teure Öl verantwortlich. Versorgungsengpässe sieht sie nicht. Derzeit würde jede noch so kleine Meldung den Preis treiben.

"Die Märke ignorieren im Moment sogar Meldungen, die eigentlich für einen fallenden Preis sorgen müssten", sagte die Sprecherin des Hamburger Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), Barbara Meyer-Bukow. Sie verwies unter anderem auf Berichte aus den USA, wonach dort die Reserven an Rohöl gestiegen seien: "So etwas hätte früher den Preis fallen lassen."

Als Gründe für die jüngsten Anstieg sehen Experten vor allem die hohe Nachfrage aus Asien. Zudem hatten Meldungen über Förderausfälle in Nigeria und der schwache Dollar die Rallye angeheizt.

Der Iran rechnet in naher Zukunft mit einem Ölpreis von 200 Dollar pro Barrel. Diese Zeit sei nicht mehr fern, sagte Ölminister Gholam Hossein Nosari nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA vom Donnerstag. Er verwies auf die schwierigen Förderbedingungen in Nigeria und den schwachen Dollar. Der Iran ist der zweitgrößte Ölproduzent der OPEC.