ICE-Tunnel bleibt gesperrt:

Erneut rast Zug in Schafherde

Knapp zwei Wochen nach dem Zusammenstoß eines ICE mit einer Schafherde vor dem Landrückentunnel bei Fulda ist es erneut zu einem Zwischenfall mit einer Schafherde gekommen: Am Dienstag raste ein Güterzug bei Kassel erneut in eine Herde.

Nach dem Zusammenprall des Güterzuges mit der Schafherde bei Kassel sucht die Staatsanwaltschaft einen unbekannten Täter. Der Schafhalter stehe unter keinem besonderen Tatverdacht, sagte ein Staatsanwalt am Donnerstag in Kassel. "Wir ermitteln derzeit gegen Unbekannt, irgendjemand muss das Gatter ja aufgemacht haben."

Der Güterzug überfuhr einen Kilometer vor dem Bahnhof der nordhessischen Stadt Witzenhausen 21 Schafe. 18 Tiere waren sofort tot, die übrigen drei mussten von der Polizei getötet werden. Menschen wurden dabei nicht verletzt, auch Verspätungen im Personenverkehr gab es kaum. Der Schafhalter gab an, das Gatter ordnungsgemäß verschlossen zu haben. Später stand es jedoch offen.

Auf der ICE-Strecke Hamburg-München bei Fulda, wo vor knapp zwei Wochen ein ICE mit einer Schafherde zusammengestoßen war, müssen Bahnreisende wegen des Unglücks auch im Pfingstverkehr noch mit Verspätungen von rund einer halben Stunde pro Zug rechnen. Der Tunnel bei Fulda kann nach dem Unfall mit 19 Verletzten noch nicht wieder befahren werden. "Durch die Umleitung dauert die Fahrt 20 bis 40 Minuten länger. Das wird auch noch über Pfingsten so sein", sagte ein Bahnsprecher. In der nächsten Woche werde zumindest eine Spur in dem Tunnel wieder befahrbar sein. Das werde die Verspätung der Fernzüge auf fünf bis sieben Minuten verkürzen.