Hintergrund: Die folgenschwersten Wirbelstürme

Wirbelstürme haben schon oft mehr als zehntausend Menschenleben gefordert.

Hamburg. Die meisten Toten seit Mitte des 20. Jahrhunderts gab es im November 1970 im damaligen Ost-Pakistan (heute Bangladesch). Damals starben mindestens 300 000 Menschen. Die spätere Regierung von Bangladesch sprach sogar von einer Million Toten. Weitere Katastrophen:

Oktober 1999:
Ein Zyklon verwüstet die Küste des indischen Bundesstaates Orissa. Mindestens 15 000 Menschen kommen ums Leben, Hilfsorganisationen sprechen von bis zu 50 000 Toten. 1,5 Millionen Menschen werden obdachlos.

Oktober 1998: Die Regierung von Honduras ruft wegen des Hurrikans "Mitch" an der Atlantikküste des mittelamerikanischen Landes den Notstand aus. "Mitch" und die ihm folgenden Überschwemmungen fordern in Honduras, Nicaragua, El Salvador, Guatemala, Costa Rica und Belize insgesamt bis zu 18 000 Menschenleben, etwa gleich viele werden vermisst und 1,5 Millionen obdachlos.

April 1991: Der tropische Wirbelsturm "Gorky" trifft Bangladesch. Gigantische Flutwellen überschwemmen weite Teile des Landes und reißen mindestens 138 000 Menschen in den Tod.

Mai 1985: Zwischen 11 000 und 40 000 Tote sind die Bilanz eines verheerenden Zyklons in Bangladesch.

Wenn von tropischen Wirbelstürmen die Rede ist, unterscheidet man je nach Region drei Arten: Zyklone treten vor allem im Golf von Bengalen auf. In anderen Gegenden der Erde nennt man diesen Hurrikan (Amerika) oder Taifun (Ost- und Südostasien). Auch die im Indischen Ozean südlich des Äquators vorkommenden heftigen Wirbelstürme im Bereich von Mauritius, La Reunion, Madagaskar und der afrikanischen Ostküste nennt man Zyklone.

Damit tropische Wirbelstürme entstehen, braucht es große und warme Wasserflächen (mindestens 26 Grad in bis zu 50 Meter Tiefe). Denn auf Wasser ist die Reibung wesentlich niedriger als an Land und die Luftfeuchtigkeit ist groß genug. In der Luftfeuchtigkeit ist Energie enthalten ist. Diese Wärme wird dem Ozean beim Verdunsten langsam entzogen und bei der Kondensation schnell wieder abgegeben. Diese Kondensationswärme treibt einen tropischen Wirbelsturm hauptsächlich an.

Tropische Wirbelstürme bringen nicht nur starke Windböen von mehr als 350 Stundenkilometern mit sich, in ihrem Gefolge drohen außerdem Sturmfluten, Starkregen, der Überschwemmungen und Erdrutsche auslösen kann, mehr als 20 Meter hohe Wellen und Tornados, also kleinräumige Luftwirbel, die sich in um den Wirbelsturm kreisenden Gewittern bilden.