Schleswig-Holstein: Einzelhandel

Tarifgespräche abgebrochen

Auch nach ihrer zehnmonatigen Pause konnten die Verhandlungspartner keine Einigung finden.

Bad Bramstedt. Die Gewerkschaft ver.di lehnte das Angebot der Arbeitgeber nach eigenen Angaben als unzureichend ab. Die Gegenseite sei nicht bereit gewesen, ein eigenes Angebot für das Land zu erstellen, sagte ver.di-Verhandlungsführerin Conny Töpfer in Bad Bramstedt. Vielmehr hätten sie Angebote vorgelegt, die bereits in anderen Bundesländern nicht akzeptiert worden seien. Damit stellten die Arbeitgeber ganz bewusst den Flächentarifvertrag infrage. Nach Gewerkschaftsangaben wurde kein neuer Gesprächstermin vereinbart.

Der Einzelhandelsverband Nord-Ost wies die Vorwürfe der Gewerkschaft zurück. "Wir möchten den Flächentarifvertrag", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Dierk Böckenholt. Die Arbeitgeber hätten ein "sehr ausführliches Angebot" vorgelegt, das sich zwar in den Eckpunkten an anderen Bundesländern orientiere, aber durchaus eigenständig sei. Zudem habe man sich im Gegensatz zu der Gewerkschaft bereits deutlich bewegt. "Wir haben sehr bedauert, dass ver.di nicht verhandeln will", sagte Böckenholt.

Ver.di fordert für die rund 90 000 Beschäftigten im schleswig- holsteinischen Einzelhandel Tariferhöhungen um fünf Prozent, mindestens jedoch um 100 Euro, bei einer Laufzeit von einem Jahr. Die Arbeitgeber hatten am Mittwoch eine Entgeltsteigerung von insgesamt fünf Prozent bei einer Vertragslaufzeit von zwei Jahren angeboten. Darüber hinaus wurde laut Böckenholt eine Einmalzahlung von 360 Euro für die bisherige tariflose Zeit von Mai 2007 bis April 2008 offeriert. Weit auseinanderliegen die Tarifparteien bei den Spätzuschlägen. Böckenholt bezeichnete dieses Thema als Dreh- und Angelpunkt in dem bereits seit rund zehn Monate andauerndem Tarifkonflikt.

( dpa )