Gruner + Jahr: Position deutlich gemacht

Spiegel-Geschäftsführer Frank bleibt

Nachdem Medien berichtet hatten, dass der seit Anfang 2007 beim "Spiegel" amtierende Leiter Mario Frank nicht mehr das Vertrauen des Mehrheitseigners Mitarbeiter KG genießt, hat der Verlag am Montag Stellung bezogen.

Hamburg. "Der "Spiegel" ist unter der Leitung von Mario Frank im Verbund mit der neuen Chefredaktion sehr erfolgreich. Die Frage nach einem Wechsel in der Geschäftsführung des "Spiegel" stellt sich für G+J daher nicht", teilte G+J-Vorstandschef Bernd Kundrun am Montag mit. "Mario Frank genießt unser volles Vertrauen und steht in keiner Weise zur Disposition."

Der Sprecher der Mitarbeiter KG, Armin Mahler, sagte zu der öffentlichen G+J-Äußerung lediglich, dass Personalangelegenheiten im Gesellschafterkreis besprochen werden.

Die Mitarbeiter KG braucht die Zustimmung von G+J, wenn es zu einer Ablösung oder Freistellung des Geschäftsführers kommen soll. Jüngst hatte Frank der Gesellschafterversammlung den Geschäftsabschluss für 2007 vorgelegt, den diese verabschiedeten. Den Medienberichten zufolge soll die Mitarbeiter KG dennoch Frank ihr Misstrauen ausgesprochen haben. Ihm wird im Verlag demnach unter anderem mangelnde Sensibilität für die "Spiegel"-Verlagskultur vorgeworfen. 1974 hatte Gründer Rudolf Augstein (1923-2002) die Hälfte seines Unternehmens den Mitarbeitern geschenkt. Dadurch erhielten sie Mitsprache im Unternehmen sowie einen Anspruch auf Beteiligung am Gewinn.