wirtschaft: Missbrauch von Berufseinsteigern

SPD fordert Bezahlung von Praktikanten

Vollzeit arbeiten ohne Bezahlung. Klingt absurd. Für viele leider traurige Realität. Die SPD möchte mit der Ausbeutung von Praktikanten Schluss machen.

Berlin. Die SPD will gegen den zunehmenden Missbrauch von Praktikanten in der Privatwirtschaft vorgehen. Unternehmen dürften nicht länger junge Berufseinsteiger oft ohne Bezahlung Tätigkeiten von Vollzeit-Arbeitskräften erledigen lassen, hieß es heute in einem Positionspapier der SPD-Bundestagsfraktion.

Darin wird eine gesetzliche Klarstellung verlangt, wonach Praktikanten einen regulären Anspruch auf Bezahlung erhalten. Zur leichteren Durchsetzung dieser Forderung sollen die Arbeitgeber künftig nachweisen müssen, dass es sich um ein Praktikum und nicht um ein normales Arbeitsverhältnis handelt. Weiter spricht sich die SPD dafür aus, dass Praktikanten finanzielle Ansprüche auch noch nach ihrer Beschäftigung in einem Unternehmen geltend machen können, falls sie dort als normale Arbeitnehmer eingesetzt wurden.

Laut einer im März vom Bundesarbeitsministerium vorgestellten Studie hat jeder fünfte der heute 18- bis 34-Jährigen mindestens ein Praktikum absolviert. Jedes zweite dieser Praktika nach Abschluss der beruflichen Ausbildung oder des Studiums war demnach ohne Bezahlung. Mehr als 80 Prozent der freiwilligen Praktikanten hatten in der Untersuchung angegeben, sie seien mindestens zur Hälfte ihrer Tätigkeit wie normale Arbeitskräfte eingesetzt worden.

( dpa )