Irak

Kämpfe und Tote in Bagdad

Heftige Kämpfe im Bagdader Stadtteil Sadr City fordern zwölf Opfer. In dem Stadtteil bauen Soldaten eine Schutzmauer auf.

Bagdad. Bei Kämpfen im Bagdader Stadtteil Sadr City sind in der Nacht zum Sonnabend wieder zwölf Menschen getötet worden, wie die Polizei mitteilte. 71 Menschen wurden mit Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert, wie es hieß. Sadr City ist zu einem der zentralen Schauplätze des Machtkampfs zwischen der Miliz des schiitischen Predigers Muktada al-Sadr und den amerikanischen und irakischen Streitkräften geworden.

Die irakischen Soldaten versuchten mit Unterstützung der US-Streitkräfte, einen Posten zurückzuerobern, den sie tags zuvor aufgegeben hatten. Die Kämpfe in dem Gebiet haben zugenommen, seit am Dienstag mit dem Bau einer bis zu 3,60 Meter hohen Mauer begonnen wurde. Die Mauer solle verhindern, dass der Rest der Stadt von Sadr City aus mit Raketen und Granaten beschossen werde, teilte die US-Armee am Sonnabend mit. Es gelte vor allem auch, Bagdads Grüne Zone zu schützen, in der sich der Sitz der irakischen Regierung und die US-Botschaft befinden. US-Armeesprecher Steven Stover sagte, der Mauerbau, der diese Woche begann, gehe auf einen Plan der irakischen Regierung zurück. "Wir treffen keine unabhängige Entscheidung", fügte er hinzu.

Seit dem Beginn der US-Besatzung im April 2003 sind in Bagdad hunderte von Betonmauern errichtet worden. Begründet wurde dies mit dem Schutz wichtiger Gebäude und Einrichtungen vor Anschlägen, aber auch der verschiedenen Glaubensgemeinschaften voreinander. Häufig stößt der Mauerbau auf heftigen Protest von Bewohnern, die darin den Versuch sehen, Bagdad zu zerstückeln, um die Hauptstadt besser kontrollieren zu können.

Kämpfe auch in Nassirija und Basra

Bei Kämpfen zwischen irakischen Polizeikräften und schiitischen Milizen in der südlichen Stadt Nassirija wurden nach Polizangaben in der Nacht zum Sonnabend zwei Milizionäre getötet. Die Polizei verhängte eine Ausgangssperre über die Stadt und riegelte alle Zufahrtstraßen von Nassirija in die Provinz ab.

In der südirakischen Hafenstadt Basra ist es am Sonnabend zu schweren Kämpfen zwischen von amerikanischen Soldaten unterstützten Regierungstruppen und schiitischen Milizen gekommen. Zuvor hatten irakische und US-Soldaten mit Unterstützung von Kampfhubschraubern das Schiiten-Viertel Hajanija angegriffen, wie Augenzeugen berichteten. Laute Explosionen waren zu hören. Angaben über Tote oder Verletzte lagen zunächst nicht vor. Der Stadtteil gilt als Hochburg des radikalen Schiiten-Predigers Muktada al-Sadr.

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