Atomzwischenlager Brunsbüttel

Bundesverwaltungsgericht überprüft Genehmigung

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig überprüft an diesem Donnerstag die Genehmigung für das Zwischenlager am derzeit stillstehenden Atomkraftwerk Brunsbüttel. Ein Anwohner will eine Rücknahme der Genehmigung erzwingen, weil er Sicherheitsmängel sieht.

Aus seiner Sicht mangelt es den Castor-Behältern an Langzeitsicherheit, die in den atomaren Zwischenlagern zur Aufbewahrung von Kernbrennstoffen verwendet werden. Zudem sei der Schutz gegen terroristische Angriffe wie einen absichtlichen Flugzeugabsturz oder einen Beschuss mit modernen Panzerfäusten nicht gewährleistet, argumentiert der Kläger. Die Leipziger Richter wollen nach Angaben einer Sprecherin noch am selben Tag ihr Urteil fällen.

In den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel kam es in den vergangen Monaten immer wieder zu Pannen. Das Werk in Brunsbüttel steht seit vergangenen Sommer still. Es wurde am 28. Juni nach einem Kurzschluss in einer Schaltanlage heruntergefahren und vom Netz getrennt. Am selben Tag war auch der Reaktor im Werk Krümmel bei Geesthacht nach einem Transformatorenbrand abgeschaltet worden. Auch dieses Kraftwerk steht weiter still. Auf dem Gelände der beiden Atomkraftwerke befinden sich jeweils atomare Zwischenlager für Kernbrennstoffe in Castoren.

In der Vorinstanz hatten Atomgegner auch das Zwischenlager im Werk Krümmel im Visier. Die Klagen vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Schleswig blieben jedoch im Januar 2007 ohne Erfolg. Das Gericht war der Auffassung, dass Castoren für die Langzeitaufbewahrung von radioaktiven Brennelementen "geeignet und zuverlässig" seien.

Vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig geht es nur um das Zwischenlager in Brunsbüttel. Der Kläger lebt etwa sechs Kilometer davon entfernt und besitzt ein Haus. Im Mittelpunkt der Verhandlung in Leipzig steht die Frage, inwiefern ein einzelner Bürger einen Rechtsanspruch darauf hat, die Betreiber von Atomkraftwerken zu weiteren Schutzmaßnahmen zu verpflichten.

( lno )