Leserreaktionen: Beamte sparen zehn Euro

Falschbehauptung Wann hören diese ständigen Falschbehauptungen über die Beamten hinsichtlich ihrer Krankenversicherung - wie letzte Woche wieder in den Leserbriefen des HA - auf? Ich bin Beamter. Ich zahle monatlich 245 Euro für meinen Sohn und mich. Das entspricht dem Arbeitnehmerbeitrag eines Versicherten mit 3267 Euro Einkommen bei 15 % Beitragssatz. Privatversicherte zahlen unabhängig von ihrem Einkommen. Ich habe kein Chefarztprivileg und kein Ein- oder Zweibettzimmer in meinem Vertrag, muss bei Zahnersatz auch kräftig zuzahlen, bekomme von meinen Rechnungen, die ich aus eigener Tasche vorfinanziere, bei der Erstattung des Arbeitgeberanteils durch die Beihilfe jährlich pauschal 125 Euro abgezogen. Sollte meine Frau zuhause bleiben, müsste ich für sie extra zahlen. Wo sind die finanziellen Vorteile, die wir Beamten angeblich haben? In der Regel warte ich in Wartezimmern ebenso lange wie gesetzlich Versicherte - und das ist in Ordnung - einige Ärzte machen Ausnahmen, die ich nicht verlange oder erwarte.

Heinz Jacobs, 22453 Hamburg, per Mail

Zustimmen dem Leserbrief von Herrn Alfred Schmücker, Tangstedt, vom 5./6. April 2008 kann ich nur zustimmen. Ich bin Ruhestandsbeamtin einer anderen Behörde wie Herr Schmücker und hatte seinerzeit bei der Übernahme aus dem Angestellten- in das Beamtenverhältnis keine andere Wahl als aus der Betriebs- in die Beamtenkrankenkasse (also Privatkrankenkasse) zu wechseln. Und auch ich warte bei meinen Haus- und Fachärzten im "allgemeinen" Wartezimmer bis ich an der Reihe bin, auch wenn ich immer meine Termine habe. Ich halte die pauschale Diskussion um die Bevorzugung von Privatpatienten für Stimmungsmache gegen bestimmte Berufsgruppen insbesondere gegen Beamte, die ja im Allgemeinen zu den Privatpatienten zählen. Ausnahmen mag es sicher überall geben. - Bemerken möchte ich zu der Diskussion auch noch, dass sich meine Krankenkasse in ihren Leistungen exakt den Leistungen den gesetzlichen Krankenkassen angepaßt, aber im Gegenzug festgelegt hat, dass die Krankenkassenbeiträge kontinuierlich jedes Jahr um einen festen Prozentsatz steigen!
Irmgard Baum, Hamburg, per Mail

Selber versichern Herr Beilfuss irrt. Privatpatienten zahlen erheblich mehr als Kassenpatienten. Als wenig verdienender Beamter musste ich Ehefrau und Kinder selber versichern, und warten mussten wir auch. Als Pensionär warte ich immer noch. Der Kassenpatient zahlt lediglich einen Beitrag insgesamt für sich, seine Ehefrau und z. B. seine 10 Kinder, aber nur 50%, da der Abeitgeber die andere Hälfte zahlen muss. Deshalb wird Deutschland stets Millionen von Arbeitslosen haben und die Krankenkassen zu wenig Beiträge für ihre Mitglieder.
Wolfgang Oesterling, Hamburg, per Mail

Zornesröte als jahrzehntelanger Abonnent ihrer Zeitung kam mir wieder einmal Zornesröte ins Gesicht, als ich den Artikel "Beamte sparen zehn Euro" (Hamburger Abendblatt vom 2.4.08 - S.2) und den Leserbrief "Die Beamten" (Hamburger Abendblatt vom 5./6. 4.08 - S.19) las. Der erste Artikel ist sachlich falsch; denn als pensionierter Schulleiter eines Hamburger Gymnasiums muss ich für meine Frau und mich eine sog. Kostendämpfungspauschale in Höhe von 160 Euro pro Jahr bezahlen. Da diese Pauschale nur ein anderer Name für die übliche Praxisgebühr ist, bleibt festzuhalten, dass meine Frau und ich mit je 20 Euro pro Vierteljahr doppelt soviel wie die übliche Praxisgebühr zu zahlen haben. Die Überschrift "Beamte sparen zehn Euro" dient also wieder nur der Stärkung von Vorurteilen gegen Beamte.

Zu dem oben erwähnten Leserbrief fiel mir für den Autor nur die Überschrift "Baby Schimmerlos" ein: Für meine Frau und mich sind in jedem Monat 423,67 Euro an die private Krankenkasse zu zahlen (für 30 % der Kosten!!) - und das soll "deutlich weniger als wir langzeitwartenden und schlechter versorgten Normalos (zu zahlen haben)" sein? Ein weiteres Beispiel für völlig unberechtigte Vorurteile gegen Beamte. Woher die wohl immer kommen ?
Helmut Paulsen, Hamburg, per Mail

Man muss auch verlieren können Es kam wie es kommen mußte. Vollen Beitragssatz auf alle Zusatzeinkünfte auch wenn schon zum Teil Sozialbeiträge auf den Zusatzrenten bezahlt worden sind. (Bei mir hat die Hälfte der Arbeitgeber bezahlt).

Gut, man muß auch verlieren können. Aber wieso brauchen die Privatversicherten keine Beiträge zu den Zusatzrenten entrichten ? Es sind überwiegend unsere Beamten und Selbstständigen die wieder mal verschont werden. Die Entscheidung trafen ja auch unsere Richter (Beamte). Welch ein Zufall !

Werden Beamte und Selbstständige nicht älter - Nach dem Grundgesetz sind alle Menschen gleich aber nicht bei den Krankenversicherungsbeiträgen.
Hans Landwehr, Hamburg, per Mail

Unzutreffend Die Behauptung des Lesers Beifuss, Beamte würden für ihre (private) Krankenversicherung deutlich weniger zahlen müssen als ein gesetzlich Versicherter, ist schlichtweg unzutreffend. Ein Beamter hat nicht nur sich, sondern auch den Ehegatten und jedes einzelne Kind separat zu versichern. Dabei können Versicherungsprämien in einer Höhe entstehen, die weit über dem Höchstbeitrag eines gesetzlich Versicherten liegen. Nicht wenige Beamte würden gern in die deutlich günstigere gesetzliche Krankenversicherung wechseln, wenn sich ihr Dienstherr nicht weigern würde, für diesen Fall auch seinen Arbeitgeberbeitrag zu leisten. Der Beamte wäre als Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung also gezwungen, sowohl den Arbeitnehmer- als auch den Arbeitgeberbeitrag zu leisten. Dies ist der eigentliche Grund, warum kaum ein Beamter Mitglied in einer gesetzlichen Krankenversicherung ist.
Enrick Lange, Hamburg, per Mail

Weniger Einkommen Man möge sich bitte einige Dinge ins Gedächnis rufen: Nach einigen Nullrunden bei der Rentenerhöhung gab es nun im vergangenen Jahr 0,58%, in diesem Jahr wird es nach langem Hickhack wohl 1,1% geben. Damit haben die Rentner von Jahr zu Jahr real weniger Einkommen zu Verfügung, weil die Lebenshaltungskosten im gleichen Zeitraum erheblich höher gestiegen sind. Bei den Krankenkassenbeiträgen incl. Pflegeversicherung zahlte man als Vollbeschäftigter rd. € 275,00 im Monat als Eigenanteil. Ich darf darauf hinweisen, daß man nun als Rentner mit einer zusätzlichen Betriebsrente monatlich rd. € 475,00 als Eigenanteil aufbringen muss und das bei einem erheblich reduzierten Gesamteinkommen. Das soll lt. Urteil des Bundesverfassungsgerichts gerecht/rechtens sein?

Auf meinen häufigen Skandinavienreisen habe ich folgende sehr passende Bemerkung hierzu aufgeschnappt:

Das Spiegelbild eines Staates ist in seiner Behandlung von Kindern/Jugendlichen und Rentnern zu erkennen! Mehr muss dazu nicht gesagt werden!

Günter Wagner, 21266 Jesteburg, per Mail


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