Transport: Oetker-Reederei expandiert

Hamburg Süd kauft 17 neue Schiffe

Um mit dem Wachstum des Welthandels Schritt zu halten, will das Unternehmen in großem Stil investieren.

Hamburg. Im vergangenen Jahr habe das Investitionsbudget bei 600 Millionen Euro gelegen, 70 Prozent mehr als im Jahr davor und so viel wie noch nie, teilte die Oetker-Reederei am Montag in Hamburg mit. Von 2008 bis 2011 sollen insgesamt 1,7 Milliarden Euro investiert werden. Nach der Übernahme einer italienischen Reederei dirigiert die Gruppe insgesamt 177 eigene und fremde Schiffe. "Der Anteil unserer eigenen Schiffe wird sich in den kommenden Jahren erhöhen", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Klaus Meves. Zur Zeit hat Hamburg Süd 17 Schiffe mit einer Kapazität von 104 000 Standardcontainern (Teu) in Auftrag gegeben, die 2008 und 2010 geliefert werden.

Die Reederei erwartet in diesem Jahr wieder zweistellige Wachstumsraten bei den Transportleistungen, sorgt sich aber um die stark gestiegenen Treibstoffkosten. Im vergangenen Jahr habe sich der Durchschnittspreis für eine Tonne Schiffsdiesel um 20 Prozent auf 350 Dollar verteuert. In der Spitze waren es sogar mehr als 500 Dollar. Die Hamburg Süd verbrauche jährlich zwei Millionen Tonnen Treibstoff, so dass sich diese Kostensteigerungen im Ergebnis stark bemerkbar machten. "Deshalb sind unsere höheren Umsätze nicht voll im Ergebnis durchgeschlagen", sagte Meves. "Wir sind aber zufrieden." Ebenso wie andere Unternehmen des Oetker-Konzerns gibt auch die Hamburg Süd keine genauen Gewinnzahlen bekannt.

Im vergangenen Jahr steigerte die Hamburg Süd ihren Containerumschlag in der Linienschifffahrt um 17 Prozent auf 2,14 Millionen Teu. Auch die Trampschifffahrt - das sind Schiffe, die bei Bedarf eingesetzt werden und nicht einem regelmässigen Fahrplan folgen - legte zweistellig zu. Der Umsatz erhöhte sich um zwölf Prozent auf knapp 3,6 Milliarden Euro. Neben den hohen Treibstoffkosten erweisen sich nach Meves' Worten vor allem die weltweit zunehmenden Engpässe in den Häfen und Schifffahrtswegen als Problem. Teilweise seien erhebliche Wartezeiten in Kauf zu nehmen. Die Fahrpläne seien nicht einzuhalten und die Service-Qualität nehme ab. Die Folge seien beträchtliche Mehrkosten.