Kartellamt: Neuer Discount-Riese vor dem Aus

Edeka darf Plus offenbar nicht kaufen

Nach der Übernahme würde Edeka über zu viel Marktmacht verfügen.

Bonn. Zur Begründung teilte das Kartellamt am Montag in Bonn mit: "Der Ausbau der Machtposition der Edeka auf den Beschaffungsmärkten würde auch ihre Marktstellung auf den Absatzmärkten weiter stärken, zumal Edeka die Standorte von der zu übernehmenden Plus weitestgehend auf das - wirtschaftlich erfolgreichere - Netto-Markendiscount-Konzept umstellen will."

Durch die Marktkonzentration beim Einkauf würden Lieferanten in eine zu große Abhängigkeit geraten. Edeka und der bisherige Plus-Eigentümer Tengelmann hätten eine Kooperation beim Einkauf für ihr jeweiliges Supermarktgeschäft vereinbart. Außerdem würde Edeka nicht nur einen nach dem Vertriebskonzept engen Wettbewerber übernehmen, sondern auch die regionale und bundesweite Marktabdeckung deutlich ausbauen.

Bei alledem verfüge Edeka bereits heute über eine flächenmäßig problematische Marktstellung. So entfielen auf das Unternehmen 25 Prozent des inländischen Marktvolumens im Lebensmittelhandel. Diese Marktmacht würde sich durch den Zusammenschluss weiter verschärfen. Die Verfahrensbeteiligten können bis zum 17. April zu der Abmahnung Stellung nehmen. Die Untersagungsfrist endet am 28. April.