Hamburg: Klinik für 188 Millionen Euro

UKE stellt Neubau vor

In rund 250 Tagen will das Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) auf seinem Gelände eines der modernsten Krankenhäuser Europas in Betrieb nehmen.

In dem Neubau mit 730 Betten sollen vom 12. Dezember an die meisten der bislang getrennten UKE-Kliniken und medizinischen Funktionsbereiche unter einem Dach zusammengefasst werden. "Künftig sind wir verzahnt, wir arbeiten zusammen", sagte der ärztliche Direktor des UKE, Jörg Felix Debatin, bei der Vorstellung des Gebäudes am Montag in der Hansestadt. Die ersten Patienten sollen Anfang Januar in die neue Großklinik am UKE-Haupteingang einziehen

In dem etwa 200 Meter langen und 120 Meter breiten Gebäude werden 16 verschiedene Kliniken untergebracht. Im Erdgeschoss befindet sich neben einer Rezeption für Besucher eine zentrale Notfallambulanz, in der Patienten abhängig von der Art ihrer Verletzung von wechselnden Spezialistenteams behandelt werden können. Auf den darüberliegenden Stockwerken des U-förmigen Bauwerks befinden sich 16 Operationssäle samt Intensivstationen und mehr als 300 Patientenzimmer. Sämtliche Versorgungseinrichtungen und Fachabteilungen sind so angeordnet, dass für Mitarbeiter und Patienten möglichst kurze Wege entstehen und die Behandlung zusammengehöriger Krankheitsbilder erleichtert wird.

"Wir haben eine sehr kompakte Klinikstruktur gewählt", erläuterte Architekt und Projektplaner Florian Eggert. Neben dem Zentralgebäude bleiben auf dem UKE-Gelände nur die Kinderklinik, die Psychiatrie, die Augen- sowie die Hautklinik als eigenständige Betriebseinheiten erhalten. Unmittelbar neben der neuen Großklinik sind zudem einige separate Spezialeinrichtungen wie das Herz- und das Tumorzentrum angesiedelt, die aber über kurze überdachte Gänge jederzeit zu erreichen sind. Insgesamt entstehe bei der Patientenbehandlung am UKE so eine "neue Übersichtlichkeit", sagte Debatin. Mit seinem räumlich integrierten Gesamtkonzept auf neuesten technischen Stand verfüge das Krankenhaus künftig über eines der modernsten Klinikkonzepte Europas.

In der neuen UKE-Großklinik sollen etwa 1800 Mitarbeiter arbeiten, darunter 500 Ärzte. Die Angestellten seien von Anfang an in die Entwicklung des neuen Gebäudes eingebunden worden, sagte der für das klinische Prozessmanagement am UKE zuständige Christoph Herborn. Ärzte und Pfleger hätten unter anderem in originalgetreuen Nachbauten die optimale Gestaltung von Operationssälen und Stationszimmern erkundet.

Nach der Fertigstellung des im Herbst 2005 begonnenen Klinikbaus sollen sich die UKE-Mitarbeiter im Dezember zunächst in Probeläufen mit den neuen Gegebenheiten vertraut machen. Größere Probleme beim Umzug der Kliniken in das neue Haupthaus mit einer Gesamtgeschossfläche von etwa 13 Fußballfeldern erwartet das UKE nicht. Zwar werde es in den ersten Monaten wohl einige Einarbeitungsprobleme geben, erläuterte UKE-Direktor Debatin. "Aber wir spielen die Abläufe, die für uns ab 2009 Alltag sein werden, so durch, dass die Dinge funktionieren."