Bundesliga

VfB raubt HSV wohl letzte Titelchance

Auch ohne Top-Torjäger Mario Gomez hat der VfB Stuttgart seine Aufholjagd in der Fußball-Bundesliga erfolgreich fortgesetzt und dem Hamburger SV einen herben Rückschlag versetzt. Der deutsche Meister bezwang am Sonnabend den zuletzt Tabellenzweiten glücklich mit 1:0.

Stuttgart. Die Gastgeber waren die ersten Minuten im Gottlieb-Daimler-Stadion klar dominierend. Die Schwaben kamen öfter an das Leder heran und trugen dann ihre gefährlichen Konter vor. Rost musste bereits in der zweiten Minute einen Angriff von Cacau mit ansehen. Doch die Kugel ging weit über das HSV-Tor hinweg. Nach einer guten Kombination tauchte auch noch Bastürk frei vor Rost auf, aber sein Schuss war absolut harmlos.

Die Gäste aus Hamburg hingegen zeigten sich in der siebten Minute, als Guerrero versuchte mit einem Heber den Stuttgarter Torhüter zu überwinden.

Kurzes Luftholen in der 20. Minute: Den dritten Eckball verwandelte der VfB zur 1:0-Führung. Die Ecke von Pardo landete direkt auf dem Spann von Hilbert, dessen Volleyschuss aus zehn Metern den Weg ins Tor fand. Benjamin war zu weit weg vom Stuttgarter und Trochowski konnte auf der Linie nichts mehr ausrichten. Nach einem kurzen Schrecken drehten die Hamburger das Tempo auf ihrer Seite hoch. Hilbert sorgte aber weiterhin für viel Unruhe im Hamburger Strafraum und hatte in der 26. Minute auch prompt eine gute Kopfballmöglichkeit.

Beide Mannschaften boten sich nun einen regen Schlagabtausch. Die Gastgeber hielten ihr hohes Tempo, die Stevens-Elf wollte mit aller Macht den Ausgleich erzielen. Die anfänglichen Startschwierigkeiten waren längst überwunden.

Eine Viertelstunde vor dem Gang in die Kabinen musste sich Stuttgarts Keeper Ulreich mächtig lang machen. Nach einer schönen Flanke von Atouba kam der Hamburger Kapitän van der Vaart mit dem Kopf an den Ball. Ulreich fischte den gut platzierten Ball aus dem linken Eck. Die Schwaben ließen nicht lange auf sich warten. Zwei Minuten später musste Frank Rost nach einem Kabinettstück von Boka sein ganzes Können unter Beweis stellen. Der HSV-Torhüter konnte seinen Kasten gerade noch sauber halten.

"Adrenalin pur" für die mitgereisten Hamburg-Fans und Riesenglück für den VfB in der 39. Minute: Erst scheiterte de Jong mit einem Kopfball an Ulreichs Reaktion. Nach der folgenden Ecke kam er völlig unbedrängt am zweiten Pfosten erneut zum Kopfball, setzte das Leder jedoch aus vier Metern über die Latte.

Nach der Pause gingen die Hamburger mit dem selben Elan ins Spiel zurück, mit dem sie die erste Halbzeit beendeten. Die Schwaben hingegen verlegten sich recht früh auf die Defensive und kamen anfangs kaum noch aus der eigenen Hälfte heraus. Der HSV versuchte es immer wieder. In der 48. Minute passte Benjamin vors Tor, aber Guerrero konnte die Kugel nicht kontrollieren und die Chance war dahin. Vier Minuten später ein erneuter Angriff der Stevens-Elf. Einen Kopfball von Rafael van der Vaart konnte von Ulreich nicht festhalten und es gab eine Ecke. Van der Vaart flankte vors Tor, wo erneut de Jong zum Kopfball kam, aber wieder über das Tor zielte.

Trainer Huub Stevens wechselte in der 60. Minute Zidan für Benjamin ein. Mit Zidan kam ein weiterer Stürmer, die Elb-Kicker wollten also mehr Druck ausüben. Nach dem Wechsel fuhr sich die Partie fest. Das abwechslungsreiche Spiel der ersten Halbzeit kam nicht mehr auf. Dabei hatten die Hamburger diverse Möglichkeiten zum Ausgleich. Nach einem van der Vaart-Freistoß von der rechten Außenbahn köpfte Demel am ersten Pfosten am Gehäuse vorbei (68.). Aus knapp 30 Metern setzte der HSV-Kapitän einen Freistoß nur um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei (73.). Nur eine Minute später zog Boateng aus 25 Metern ab und Ulreich musste sein ganzen Können unter Beweis stellen.

Alles Mühen wurde nicht belohnt. Im Endeffekt blieb es beim 1:0 für Stuttgart und der HSV rutscht in der Tabelle einen Platz runter. Die Hamburger warten nun schon seit dem 28. Oktober (1:0 in Duisburg) auf einen Auswärtssieg.

Trainer Huub Stevens zeigte sich versöhnlich: "Ich habe heute ein gutes Spiel gesehen und auch eine sehr gute HSV-Mannschaft. Natürlich haben wir einige Fehler gemacht. Vor allem haben wir verpasst, Tore zu schießen. Deshalb stehen wir am Ende mit leeren Händen da." HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer ärgerte sich: "So ein Spiel kann man auch gewinnen."

Weitere Ergebnisse vom 27. Spieltag

Hertha BSC Berlin - Werder Bremen 1:2 VfL Wolfsburg - Hannover 96 3:2 Arminia Bielefeld - Karlsruher SC 1:0 Schalke 04 - Hansa Rostock 1:0 Eintracht Frankfurt - 1. FC Nürnberg 1:3

Kurztabelle

  1. Bayern München - Punkte: 54
  2. Schalke 04 - Punkte: 48
  3. Hamburger SV - Punkte: 47
  4. Werder Bremen - Punkte: 47
  5. VfB Stuttgart - Punkte: 45
  6. Bayer Leverkusen - Punkte: 44
  7. VfL Wolfsburg - Punkte: 43
  8. Eintracht Frankfurt - Punkte: 42
  9. Karlsruher SC - Punkte: 38
  10. Hannover 96 - Punkte: 35
  11. VfL Bochum - Punkte: 33
  12. Hertha BSC Berlin - Punkte: 32
  13. Borussia Dortmund - Punkte: 31
  14. Energie Cottbus - Punkte: 26
  15. Arminia Bielefeld - Punkte: 25
  16. Hansa Rostock - Punkte: 24
  17. 1. FC Nürnberg - Punkte: 23
  18. MSV Duisburg - Punkte: 22