Bezirksamt Eimsbüttel

Messerattacke auf Jugendamtsmitarbeiterin

Eine 39-jährige Frau hat eine Mitarbeiterin des Jugendamtes in Eimsbüttel mit einem Messer schwer verletzt. Das Opfer, 55 Jahre alt, sei mehrfach am Bein und vermutlich auch am Oberkörper getroffen und blutüberströmt ins Krankenhaus gebracht worden, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Die Täterin schloss sich nach der Attacke mit ihrer Tochter in dem Büro im 6. Obergeschoss ein und ergab sich erst nach anderthalb Stunden.

Als Motiv werde ein Streit um das Besuchsrecht für die jüngere Tochter im Alter von vier Jahren vermutet. Bei der Tatwaffe handelt es sich um ein 20 bis 25 Zentimeter langes Messer, das nach Angaben der Polizei eine feststehende Klinge hat und vermutlich von der 39-Jährigen mitgebracht wurde. Diese sei mit ihrer 18 Jahre alten Tochter in die für Sorgerechtsfälle zuständige Abteilung des Bezirksamtes am Grindel gekommen.

Gegen 16 Uhr habe ein Mitarbeiter Schreie gehört und seine Kollegin blutüberströmt aus ihrem Büro laufen sehen, berichtete die Polizei. Die Täterin habe sich in dem Büro verbarrikadiert, Polizei und Psychologen versuchten vor Ort, mit ihr Kontakt aufzunehmen.

Einsatzkräfte des Mobilen Einsatzkommandos (MEK) und Psychologen sowie Feuerhr und Rettungswagen waren die ganze Zeit über vor Ort. Die Polizei riegelte das Gebäude ab, Kontakt zu Mutter und Tochter im sechsten Stock bestand anfangs nicht.

Nach anderthalb Stunden habe die Frau über den Notruf 110 die Polizei verständigt und angekündigt, sich ergeben zu wollen. Gemeinsam mit ihrer Tochter befolgten sie und ihre Tochter die Anweisungen der Einsatzkräfte, legten sich auf den Boden und ließen die Beamten hereinkommen. Ein Einsatzkommando ging in das Büro und nahm die Frau fest.

Sie ist der Polizei bereits wegen leichter Körperverletzung und Erschleichung von Leistungen bekannt ist. Die Tochter sei in Gewahrsam genommen worden.