Fahndung: Nach tödlichem Holzklotz-Wurf

Möglicherweise erste heiße Spur

Nach der Veröffentlichung eines Phantombildes gingen bereits rund 50 Hinweise auf die Täter ein. ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" um 20.15 Uhr.

Oldenburg. Bei der Fahndung nach den Schuldigen für die tödliche Holzklotzattacke an einer Autobahnbrücke bei Oldenburg haben die Fahnder möglicherweise eine erste heiße Spur. Nach der Veröffentlichung eines Phantombildes gingen nach Angaben von Polizeisprecher Sascha Weiß bis zum Mittag rund 50 Hinweise ein. "Die Sonderkommission "Brücke" konzentriert sich jetzt auf diese Personen", sagte Weiß.

Bei der tödlichen Attacke am Ostersonntag hatte bei Oldenburg ein von einer Brücke geworfener sechs Kilogramm schwerer Holzklotz die Windschutzscheibe eines Autos durchschlagen und dabei eine zweifache Mutter aus Telgte bei Münster vor den Augen ihrer Kinder und ihres Ehemannes getötet.

Es habe mehrere Hinweise auf diese vier- bis fünfköpfige Gruppe im Alter zwischen 16 und 20 Jahren gegeben, die sich zum Tatzeitpunkt auf der Brücke aufgehalten haben soll. Ein Zeuge habe die jungen Leute vage beschreiben können. Über die Identität der jungen Menschen ist nach Angaben von Weiß jedoch noch nichts bekannt. Das Phantombild sollte heute im Norden Oldenburgs an mehreren Stellen ausgehängt werden.

Zudem gibt es neue Erkenntnisse über den Holzklotz. Nach dem Stand der Ermittlungen handelt es sich um ein herausgesägtes Stück aus einem Stamm und nicht - wie zunächst angenommen - um einen sogenannten Hauklotz zum Holzspalten.

Tagelang hatten die Fahnder keine heiße Spur zu den Urhebern des schockierenden Verbrechens. Hunderte Hinweise, die Überprüfung der Personalien, Befragungen auch in Schulen und der Einsatz von Spürhunden führten nicht zu einem entscheidenden Fortschritt. 6000 Euro Belohnung hatten die Ermittler nach dem Verbrechen für sachdienliche Hinweise ausgesetzt.

Heute Nachmittag und heute Abend hofften die Fahnder auf weitere Spuren, weil der Fall dann in zwei Fernsehsendungen aufgegriffen werden sollte. "Es ist eine Hoffnung auf einen Schub Hinweise nach den Sendungen", sagte Weiß. Nach 17.30 Uhr im Polizeireport im Regionalprogramm von SAT 1 soll der Fall auch um 20.15 Uhr in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" behandelt werden.