Hintergrund des Mundsburg-Feuerwehreinsatzes

Staatsanwälte ermitteln gegen Menschenhändler

Die Hintergründe des spektakulären Feuerwehreinsatzes am Montagnachmittag an der Mundsburg in Barmbek-Süd sind jetzt geklärt: Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt seit mehreren Monaten gegen mutmaßliche Menschenhändler, die minderjährige Jungen für sexuelle Dienste vermittelt haben sollen.

Gegen die Freier wird wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt. Drei der rund 20 Beschuldigten wurden am Montag in Berlin festgenommen, wie Behördensprecher Michael Grunwald am Dienstag mitteilte.

In Hamburg waren Beamte des Landeskriminalamtes (LKA) in Amtshilfe für die Berliner Polizei im Einsatz. Als sie einen Mann (63) am späten Montagnachmittag in den Mundsburg-Hochhäusern an der Hamburger Straße festnehmen wollten, entwischte der Verdächtige.

Er flüchtete auf einen nur etwa 50 Zentimeter breiten Vorsprung im 27. Stockwerk und drohte, in die Tiefe zu springen. Die Polizei sperrte daraufhin die Hamburger Straße mitten zur Hauptverkehrszeit in Richtung Innenstadt komplett ab.

Die Feuerwehr schickte einen Psychologen in die 27. Etage, um den 63-Jährigen von seinem Vorhaben abzubringen. Nach einer Stunde gelang es dem Polizeipsychologen. Der Verdächtige kletterte wieder zurück in das Hochhaus. Er wurde anschließend in ein Krankenhaus gebracht

( lno/sar )