Hamburger Justiz: Mordversuch an 28-Jähriger

Stalker vor Landgericht

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Fünf Jahre soll der jetzt 48-Jährige einer jungen Frau nachgestellt und sie schließlich niedergestochen haben.

Hamburg. Fünf Jahre hat ein jetzt 48-jähriger Hamburger einer jungen Frau nachgestellt und dann das Objekt seiner Liebe im vergangenen Oktober mit mehreren Messerstichen fast umgebracht. Dafür muss sich der sogenannte Stalker wegen Mordversuchs seit heute vor dem Landgericht der Hansestadt verantworten. Laut Anklage hatte der Mann trotz eines gerichtlichen Verbots die Frau morgens auf ihrem Arbeitsweg in Stellingen angesprochen. Als sie per Handy die Polizei rief, soll er unter anderem sieben Mal mit Wucht in ihren Bauch gestochen haben. Zum Prozessauftakt wies der 48-Jährige die Vorwürfe weitgehend zurück. "Es ist eine Frechheit, was da behauptet wird", sagte er. Er habe nur zwei Mal zugestochen, ein Stich habe zudem das Opfer verfehlt.

In dem Prozess, für den vier weitere Verhandlungstage angesetzt sind, muss ein Gutachter den Geisteszustand des 48-Jährigen und seine Schuldfähigkeit beurteilen. Der Angeklagte bezichtigte in seiner Aussage die Frau, ihm zuerst Avancen gemacht, ihn dann aber ignoriert und bei der Polizei als Stalker diffamiert zu haben. "Sie ist eine sehr, sehr clevere Person und eine 1-A-Schauspielerin", meinte er.


Am Tattag hatte der Angeklagte, der nach eigenem Bekunden seinen Liebeskummer mit Alkohol ertränkte, dann die junge Frau auf der Straße angesprochen. Laut seiner Darstellung war er sofort geflüchtet, als sie die Polizei anrief. Die 28-Jährige sei ihm aber gefolgt. "Sie fing dann an, mich zynisch auszulachen. Dann sind bei mir die Sicherungen durchgegangen", schilderte er die Tat. Der Staatsanwaltschaft zufolge stach der Mann zuerst in ein Auge der Frau und dann in ihren Bauch. Das Messer zerbrach dabei in mehrere Teile. Nach kurzer Flucht stellte sich der 48-Jährige, ein wohnungsloser Hartz-IV-Empfänger, der Polizei.

( dpa )