Simbabwe: Erste Teilergebnisse

Regierungspartei und Opposition gleichauf

Nach der Parlaments- und Präsidentschaftswahl vom Sonnabend schürt die schleppende Auszählung der Stimmen die Angst vor einem Wahlbetrug. Die Europäische Union forderte die rasche Veröffentlichung der Ergebnisse. Sie werden frühestens am Abend erwartet.

Johannesburg. Die offizielle Auswertung der Stimmen in 25 Wahlkreisen ergab am Montag eine weitgehend gleichmäßige Verteilung mit 13 Parlamentssitzen für die oppositionelle Bewegung für Demokratischen Wandel MDC und 12 für die regierende ZANU(PF)-Partei. Die offiziellen Zahlen stehen im Widerspruch zu Zählungen der Opposition, die nach eigenen Angaben bereits 96 von 128 Wahlkreisen für sich verbuchen konnte.

Die Bundesregierung und die Europäische Union forderten unterdessen eine rasche Veröffentlichung der Wahlergebnisse. Die Verzögerung bei der Auszählung sei nicht nachvollziehbar und werfe Fragen auf, die schnellstens geklärt werden müssten, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Montag in Berlin.

Gegen den seit 28 Jahren regierenden Präsidenten Robert Mugabe waren bei der Parlaments- und Präsidentschaftswahl am Sonnabend Oppositionsführer Morgan Tsvangirai und der frühere Finanzminister Simba Makoni angetreten. Die Opposition hatte sich am Sonntag zum Wahlsieger erklärt und sich damit den Vorwurf der Regierung eingehandelt, Unruhen zu schüren.

Die MDC betonte auf einer Pressekonferenz, sie werde ihre eigene Zählung in den insgesamt 210 Wahlkreisen fortsetzen. Grundlage dafür seien die von jedem Wahllokal veröffentlichen Auszählungen. Mit einem Ergebnis der Präsidentenwahl rechnen Beobachter angesichts der schleppenden Auszählung frühestens am Montagabend.