Hamburg: Behörde zieht Verkehrsbilanz

Mehr Unfälle - weniger Schwerverletzte

Im Jahr 2006 hat es in der Hansestadt 62 500 Verkehrunfälle gegeben. Nach Einschätzung der Behörde setzt sich der positive Gesamttrend der vergangenen Jahre allerdings fort. Besonders erfreulich ist der Rückgang bei den Kinderunfällen. Die Polizei will künftig verstärkt Raser und Drängler aus dem Verkehr ziehen. Weiterer Schwerpunkt wird die Kontrolle an roten Ampeln.

Hamburg. Die Zahl der Verkehrsunfälle in Hamburg ist 2007 im Vorjahresvergleich um 6,7 Prozent auf 62 500 gestiegen. Mit 799 Schwerverletzten registrierte die Polizei dabei 4,5 Prozent weniger, mit 30 Verkehrstoten zwei mehr als 2006. "Hamburg ist bei der Verkehrssicherheitsarbeit auf gutem Weg", sagte Innensenator Udo Nagel (parteilos) bei der Jahresbilanz. Die Zahl der Unfälle liege zwar leicht über dem Wert von 2006. Insgesamt setzt sich nach Einschätzung von Nagel und Polizeipräsident Werner Jantosch aber der positive Gesamttrend der vergangenen Jahre fort.

"Besonders erfreulich ist auch der Rückgang bei den Kinderunfällen", erklärte der Leiter der Verkehrsdirektion, Dietmar Kneupper. Die Zahl sank von 837 auf 800. Einen Zuwachs von 14,9 Prozent auf 8774 Unfälle gab es in der Altersgruppe der Senioren ab 65 Jahre. Dies waren aber meist Blechschäden. Insgesamt verunglückten 2282 Fahrradfahrer, dies waren 93 weniger als 2006.

Die Polizei in Hamburg setze weiterhin auf eine Kombination aus Prävention und Repression, erklärte Nagel. Bei besonders unfallträchtigem Fehlverhalten müssten die Strafen verschärft werden, forderte er. "Wer glaubt, er könne wegen ein paar Sekunden Zeitersparnis Leben und Gesundheit anderer Verkehrsteilnehmer aufs Spiel setzen, ist bei uns an der falschen Adresse", sagte der Senator. Die Bundesregierung müsse die Bußgelder erhöhen.

Nach Angaben von Polizeipräsident Werner Jantosch will die Polizei vor allem Raser und Drängler aus dem Verkehr ziehen. Weiterer Schwerpunkt sei die Kontrolle an roten Ampeln. Dazu soll es im laufenden Jahr unter anderem auch wieder zahlreiche Großkontrollen geben. Im Durchschnitt würden täglich 30 Familien in Hamburg mit der Verletzung eines Angehörigen bei einem Unfall konfrontiert. "Daran schließt sich in manchen Fällen unermessliches Leid an", mahnte Jantosch.