Lohn: Praktika sollen keine Ausbeutung sein

Arbeitsminister Scholz für gesetzliche Klarstellung

Sie werden lange schon nicht mehr nur zum "Kaffee kochen" eingesetzt, wie es das Klischee besagt: Praktikanten. Tatsache ist, dass sie durchaus wichtige Tätigkeiten übernehmen.

So sind Fälle aus dem Privatradio bekannt, wo Praktikanten die Aufgaben von Reportern übernehmen oder bei mittelständischen Unternehmen die Geschäftspost bearbeiten müssen.

Und das bei meist zu geringem oder sogar gar keinem Lohn.

Gegen diesen Missbrauch billiger Arbeitskräfte will sich Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) stark machen, mit einer gesetzliche Klarstellung.

Da Praktika für Berufseinsteiger sinnvoll seien, wolle er sie nicht verbieten, sondern für eine "angemessene Vergütung" der Betroffenen sorgen.

Dabei soll es aber keinen Mindestlohn für Praktikanten geben. "Der Staat soll sich da raushalten", sagte Scholz in Berlin bei der Vorstellung einer Studie über die "Generation Praktikum".

Vielmehr strebt er an, die "angemessene Vergütung" für Praktikanten im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) klarer zu fassen, für Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Praktikant die Schriftform vorzuschreiben und Praktika klarer von Arbeitsverhältnissen abzugrenzen.

Ziel des Maßnahmenpakets sei, dass bereits existierende Regelungen künftig besser befolgt würden, betonte Scholz. Die angestrebten Klarstellungen nannte er eine "sehr smarte Reaktion des Gesetzgebers" auf den viel diskutierten und nun durch die Studie "hinlänglich erforschten Missstand bei einigen Praktika".