Berliner Verkehrsbetriebe

Trotz Streik fahren Busse und Bahnen wieder

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Ein Ende des Tarif-Streits ist noch nicht in Sicht, aber wenigstens können die Berliner ab Montag wieder teilweise den Nahverkehr benutzen.

Berlin. Nach knapp zwei Wochen Streik im öffentlichen Nahverkehr in Berlin werden die U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen von Montagmorgen an weitgehend wieder fahren. Das teilte die Gewerkschaft ver.di am Sonnabend mit. Bahnen und Busse sollten mit Fahrplanbeginn am Montag eingeschränkt wieder rollen.

Allerdings gab es bei dem Streit über Lohnerhöhungen im öffentlichen Nahverkehr erneut keine Annäherung, sagten Vertreter der Verkehrsbetriebe BVG und der Gewerkschaft ver.di am Sonnabend nach einer Gesprächsrunde. Große Teile der BVG-Beschäftigten streiken daher weiter, so dass unklar ist, wie viele Busse und Bahnen von der BVG auf die Strecken geschickt werden können. Einen Termin für eine nächste Gesprächsrunde gibt es noch nicht.

Gewerkschaften und Arbeitgeber hatten sich zu Beginn der Gespräche noch zuversichtlich gezeigt, zu einer Einigung zu kommen. Ver.di-Verhandlungsführer Frank Bäsler hatte gesagt, es müsse seiner Ansicht nach gelingen, einen verbindlichen Rahmen für reguläre Tarifverhandlungen abzustecken.

In den Sondierungsgespräch zuvor hatte die Arbeitgeber angeboten, die Einkommen der bis 2005 eingestellten 10 500 BVG-Beschäftigten um 3,6 Prozent anzuheben, für die übrigen 1000 Mitarbeiter um 4,6 Prozent. Die 1000 Neubeschäftigten arbeiten zu schlechteren Konditionen als ihre früher eingestellten Kollegen. Ver.di forderte stattdessen einen Korridor, innerhalb dessen verhandelt werden solle. Die Gewerkschaft schlug dafür 3 bis 9 Prozent vor.

Rücksicht auf die Kunden

Ver.di will nur mit Rücksicht auf die Fahrgäste den Streik für die Bus- und Bahnfahrer aussetzen. Die anderen BVG-Beschäftigten, etwa in Werkstätten, der Verwaltung, den Leitstelle oder bei der Sicherheit setzen den Ausstand fort.

BVG-Chef Andreas Sturmowski sagte, man wolle einen "Großteil" der Fahrzeuge wieder in Betrieb nehmen. Er betonte: "Alles, was fahren kann, bringen wir raus." Probleme besonders für den Busbetrieb könnte es aber geben, wenn die Werkstätten geschlossen seien. Wenn auch die Leitstellen komplett bestreikt würden, könnte auch der Betrieb der U-Bahnen und Straßenbahnen wieder in Gefahr geraten.