Kosten von 50 000 Euro:

Kritik an Dienstflügen Sigmar Gabriels

Der Umweltminister hatte sich alleine von Mallorca zu einer Kabinettssitzung nach Berlin und von Hannover wieder zurück auf die spanische Ferieninsel fliegen lassen. Für die Grünen kein Beispiel für gelebten Klimaschutz.

Hamburg. Grüne und Bund der Steuerzahler haben Kritik an Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) geübt. Anlass ist laut "Bild"-Zeitung, dass der Minister mit einer Challenger der Bundeswehr alleine von Mallorca zu einer Kabinettssitzung nach Berlin und von Hannover wieder zurück auf die spanische Ferieninsel flog. Die Flugreise im August 2007, die inklusive Bereitstellung der Maschine nach Berechnungen der "Bild"- Zeitung 50 000 Euro gekostet habe, sei im Bericht der Flugbereitschaft für das zweite Halbjahr 2007 aufgeführt. Dieser Bericht liege der Zeitung vor.

Die stellvertretende Fraktionschefin der Grünen, Bärbel Höhn, sagte dem Blatt: "Reden und Handeln beim Klimaschutz lagen bei Herrn Gabriel schon immer meilenweit auseinander." Nach Recherchen der Zeitung hätte Gabriel zumindest für die Rückreise nachmittags auch einen Air-Berlin-Flug mit noch mehreren freien Plätzen nehmen können.

Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Karl Heinz Däke, empfahl Gabriel "dringend, die Richtlinien zu lesen. Dann wüsste er, wer die Rechnung für den Flug zu bezahlen hat, nämlich er selber."

Gabriel begründete den Mallorca-Flug auf Anfrage der Zeitung mit einem Wunsch des Kanzleramtes. Er habe seinen Urlaub unterbrechen sollen, um die Beschlussfähigkeit des Kabinetts zu gewährleisten. "Im Zusammenhang mit dieser Unterbrechung habe ich weitere Dienstgeschäfte erledigt", betonte der Minister.