Wahlposse in Hessen

Auch Metzgers potenzieller Nachrücker bezweifelt Links-Kooperation

Die hessische SPD-Vorsitzende Andrea Ypsilanti hätte auch bei einem Mandatsverzicht ihrer Kritikerin Dagmar Metzger eine linke Mehrheit im Landtag nicht sicher.

Metzgers Ersatzkandidat im Darmstädter Wahlkreis, Aron Krist, meldete in der "Frankfurter Rundschau" (Montag) große Zweifel an einer Tolerierung durch die Linke an. Deswegen habe er wie Metzger erhebliche Bauchschmerzen, Ypsilanti zur Ministerpräsidentin zu wählen.

Metzgers Nein hatte Ypsilantis Modell einer rot-grünen Minderheitsregierung mit Hilfe der Linken zunächst verhindert. Ypsilanti forderte die Landtagsabgeordnete am Sonntag erneut auf, sie mitzuwählen oder ihr Mandat zurückzugeben. "Sonst wird die Fraktion handlungsunfähig", sagte sie der "Frankfurter Rundschau". "Der Wille der Landes-SPD ist ungebrochen, das Projekt umzusetzen, das wir im Wahlkampf begonnen haben: den Aufbruch in die soziale Moderne."

Unterstützung kam von Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD). Sie sei überzeugt, dass es die Landes-SPD schaffe, Ypsilanti zur Ministerpräsidentin zu machen, sagte die Hessin in Frankfurt. Dagegen kann sich der SPD-Wirtschaftsexperte im Bundestag, Rainer Wend, "nicht vorstellen, dass ein halbwegs verantwortlicher Politiker in Hessen noch bereit ist, dieses Hin und Her weiter mitzumachen", wie er dem "Handelsblatt" (Montag) sagte. "Politisch hat sich die Option für Andrea Ypsilanti ... am Freitag erledigt."