Tarifstreit: GDL kämpft weiter um eigenen Tarifvertrag

Bahn will zunächst nicht gegen Streik klagen

Die Deutsche Bahn will nach eigenen Angaben zunächst nicht juristisch gegen den geplanten Totalstreik der Lokführergewerkschaft GDL vorgehen. "Wir sind jetzt 95 Prozent des Weges gegangen. Wir setzen zunächst mal auf die Einigung mit der GDL", sagte Personalvorstand Margret Suckale auf einer Pressekonferenz in München.

Über juristische Schritte will die Bahn nach eigenen Angaben erst nachdenken, wenn sich ein Streik nicht verhindern lässt.

Das Unternehmen rief die GDL erneut auf, ihre "Verweigerungshaltung" aufzugeben und Deutschland nicht in ein Chaos zu stürzen. Suckale appellierte an die Gewerkschafter: "Nicht streiken, sondern verhandeln."

Die GDL hatte zuvor mitgeteilt, sie erwarte juristische Schritte der Deutschen Bahn gegen ihren für Montag geplanten unbefristeten bundesweiten Streik im Personen- und Güterverkehr. Sprecherin Gerda Seibert bestätigte, dass Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) nach der Verschärfung der Situation mit Schell telefoniert habe. Das Problem sei damit aber noch nicht gelöst worden. "Es gibt keinen Streik, wenn die Bahn den mit uns am 30. Januar vereinbarten Lokführer-Tarifvertrag unterschreibt", sagte sie.

Suckale forderte die Gewerkschaft zur Rücknahme ihrer Streikankündigung auf. "Die DB ist bereit, durchschnittlich elf Prozent mehr Lohn zu zahlen", erklärte sie. Als Zeichen dafür, dass sie zu ihren Zusagen stehe, habe die Bahn unter anderem eine Einmalzahlung von 800 Euro angewiesen, obwohl es noch keinen abgeschlossenen Tarifvertrag gebe. Die Lokführer sollten nicht länger die Leidtragenden sein.

Streit auch mit Transnet und GDBA

Die GDL will die Bahn ab Montag mit einem unbefristeten bundesweiten Streik im Personen- und Güterverkehr zur Unterzeichnung des am 30. Januar ausgehandelten eigenständigen Lokführer-Tarifvertrages zwingen. Der Konzern dagegen will erst eine GDL-Unterschrift unter einen Grundlagenvertrag sowie ein Kooperationsabkommen mit den anderen Gewerkschaften sehen.

Beide sollen das Verhältnis der GDL zu Transnet und GDBA sowie den Geltungsbereich der Tarifeinigung regeln. Die beiden konkurrierenden Gewerkschaften hatten am Mittwoch erklärt, sie akzeptierten den Vorrang der GDL bei den Tarifen für Lokführer nicht mehr und wollten nun ihrerseits einen Vertrag aushandeln.