USA: Aufsehen erregendes Experiment

Grand Canyon wird geflutet

Pro Sekunde schießen mehr als eine Million Liter Wasser in das Ökosystem. Das Ziel: Strände aus Sand und Schlick, an denen sich Mensch und Tier erholen können.

Washington. Der Grand Canyon im US-Staat Arizona ist für 60 Stunden geflutet worden. US-Innenminister Dirk Kempthorne öffnete am Mittwoch den Glen-Canyon-Damm. Pro Sekunde schossen daraufhin mehr als eine Million Liter Wasser des Lake Powell an der Grenze zum Nachbarstaat Utah in die Schlucht des Colorado. Die von den Wassermassen angeschwemmten Ablagerungen sollen das Ökosystem im Canyon anregen. Wissenschaftler werden nun dokumentieren, wie sich der Lebensraum dadurch verändert.

Der Wasserstand im Grand Canyon stieg an manchen Stellen von 60 Zentimetern auf 4,5 Meter. Die Behörden hoffen, dass nach dem Ende der Flutung am Freitag genug Ablagerungen zurückbleiben, um Sandbänke wieder herzustellen. Diese sind lebenswichtig für bestimmte Pflanzen und Fische. Der Damm wurde 1963 gebaut und bereits 1996 und 2004 vorübergehend geöffnet.

Ein Schrumpfen der Sandbänke hat in den vergangenen zehn Jahren zu einem Verlust der halben Fläche für Campinganlagen geführt. Nach Angaben des Grand-Canyon-Nationalparks sollte das Engtal alle ein bis zwei Jahre geflutet werden. Der Damm halte 98 Prozent der Sedimente zurück, die der Colorado River normalerweise mit sich führe.

( ap )