Tarifkonflikt: kampf der Bahngewerkschaften

Transnet und GDBA wollen selbst verhandeln

Die GDL-Konkurrenten sind nicht länger bereit, die Tarifhoheit von Schell und Co. zu akzeptieren – und erwarten ein Angebot der Bahn bis zum 12. März.

Berlin. Der Kampf der Bahngewerkschaften um die Tarifhoheit für die Lokführer ist neu entflammt: Nach der neuerlichen Streikankündigung der GDL wollen die Konkurrenzorganisationen Transnet und GDBA wieder selbst für die Lokführer verhandeln. Das teilten die Vorsitzenden Norbert Hansen und Klaus-Dieter Hommel Bahnchef Hartmut Mehdorn in einem Schreiben mit. Ein konkretes Tarifangebot erwarten sie bereits für den 12. März.

In den beiden Gewerkschaften Transnet und GDBA "sind 5 000 Lokführer organisiert. Die erwarten nun endlich eine Lösung des Tarifkonflikts", sagte Transnet-Sprecher Michael Klein heute zur Begründung. Bei der GDL, die ab Montag, 10. März, flächendeckend im Personen- und Güterverkehr streiken will, sind etwa 15 000 Lokführer organisiert. An der Streikdrohung der GDL und den damit verbundenen Problemen für die Kunden der Bahn im Personen- und Güterverkehr ändert die neue Entwicklung zunächst nichts.

In dem Schreiben heißt es: "Wir möchten Ihnen hiermit aus Sicht der Transnet und der GDBA mitteilen, dass ... unsererseits keine Bereitschaft mehr besteht, einen Vorrang der GDL für lokführerspezifische Themen zu akzeptieren und damit eine Tarifbindung des GDL-Tarifvertrages für unsere Mitglieder hinzunehmen."

Die Weigerung der GDL, einen "Grundlagenvertrag" mit der Bahn über den Geltungsbereich ihres bereits ausgehandelten Lokführer-Tarifvertrags abzuschließen, werteten Hansen und Hommel als mangelnde Bereitschaft, "auf Basis des Moderationsergebnisses vom 27. 8. 2007 ihren Lokführertarifvertrag konflikt- und widerspruchsfrei in das Tarifgefüge des Bahnkonzerns zu integrieren". Sie seien daher nicht mehr bereit, "eine Tarifbindung des GDL-Tarifvertrages für unsere Mitglieder hinzunehmen", schrieben sie an Mehdorn.

"Wir erwarten daher, umgehend auch die Ausgestaltung des funktionsgruppenspezifischen Tarifvertrages für Lokführer mit der TG (der Tarifgemeinschaft aus Transnet und GDBA, Red.) im Rahmen der neuen Tarifstruktur zu verhandeln", hieß es weiter. Spätestens beim nächsten Verhandlungstermin über die neue Tarifstruktur am 12. März "erwarten wir hierzu ein konkretes Tarifangebot". Sie gingen "im Interesse aller betroffenen Mitarbeiter und des Unternehmens" davon aus, dass auch dieser Teil der neuen Tarifstruktur bis Ende März "endverhandelt" sei.