US-Vorwahlen: eindruckvolles Comeback

Clinton wieder im Rennen

Mit ihren Siegen in Rhode Island, Ohio und Texas beendete Hillary Clinton die Siegesserie Barack Obamas. Bei den Republikanern steht Senator John McCain als Kandidat fest.

Washington. Hillary Rodham Clinton hat das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten wieder spannend gemacht. Mit drei Siegen in vier Vorwahlen über ihren Konkurrenten Barack Obama gelang ihr in der Nacht zum Mittwoch das erhoffte Comeback. Bei den Republikanern hingegen ist alles klar. Der 71-jährige Senator John McCain aus Arizona gewann am Dienstag die Vorwahlen seiner Partei und sicherte sich damit die notwendigen Delegiertenstimmen für die Nominierung.

Clinton gewann in Rhode Island und vor allem in den bevölkerungsreichen Staaten Ohio und Texas. Damit beendete die frühere First Lady die Siegesserie Obamas, der zuvor einschließlich der Wahl am Dienstag in Vermont zwölf Vorwahlen in Folge für sich entschieden hatte. Clinton kündigte in Ohio an, sie werde ihre Kampagne fortsetzen und die Nominierung der Demokraten gewinnen. Obama widersprach Clintons Angaben von einem Wendepunkt. Der Abstand bei den Delegiertenstimmen der beiden Kandidaten habe sich nach den vier Vorwahlen kaum verändert, sagte Obama in San Antonio in Texas.

Clinton kam in Ohio auf rund 55 Prozent, in Texas auf 51 Prozent und auf 58 Prozent in Rhode Island. Obama kam in Vermont auf 60 Prozent. Clinton gewann mindestens 115 Delegiertenstimmen, Obama kam auf mindestens 88. Weitere rund 170 Stimmen waren zunächst noch nicht vergeben, darunter mehr als 150 in Texas. Insgesamt stand die Senatorin damit bei vorerst 1391 Delegiertenstimmen, Obama kam auf 1477.

"Das wichtigste Rennen beginnt", sagte McCain, nachdem seine Nominierung feststand. Er gewann am Dienstag alle 17 Delegiertenstimmen im US-Staat Vermont, mindestens 69 in Texas, 58 in Ohio und neun in Rhode Island, wie aus Hochrechnungen hervorging. Er werde weder die Bedeutung noch die Größe der Herausforderung unterschätzen, sagte der Senator aus Arizona zum bevorstehenden Wahlkampf. Sein parteiinterner Rivale Mike Huckabee gab seine Kandidatur auf. Huckabee hatte in den Vorwahlen lediglich rund 260 Delegiertenstimmen gewonnen und lag damit deutlich hinter McCain zurück. Der frühere Gouverneur von Arkansas lobte McCain und verpflichtete sich, alles zu tun, um die Partei zu einen.

McCain wollte am Mittwoch im Weißen Haus Präsident George W. Bush treffen. Die Republikaner werden McCain offiziell nicht vor ihrem Parteitag im September nominieren. Vor einem Monat hatte McCain beim sogenannten Super Tuesday seinen größten Rivalen, den ehemaligen Gouverneur von Massachusetts Mitt Romney, klar hinter sich gelassen. Romney schied daraufhin aus dem Rennen aus. McCain hatte sich bereits im Jahr 2000 um die Präsidentschaftskandidatur beworben, aber gegen den späteren Präsidenten George W. Bush verloren.