Entscheidung: Beust bedauert Wechsel

Dräger verlässt Senat

Nach über sechs Jahren in der Politik wechselt Wissenschaftssenator Jörg Dräger in den Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Gütersloh. Wissenschaftssenator Jörg Dräger (parteilos) wechselt in den Vorstand der Bertelsmann Stiftung. Der 40-Jährige leite vom 1. Juli an den Stiftungsbereich Bildung, außerdem werde er Geschäftsführer des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE), teilte die Stiftung in Gütersloh mit. Dräger sei eine wichtige Verstärkung für den Vorstand und ein international anerkannter Bildungsexperte, sagte Stiftungs- Vorstandschef Gunter Thielen. In Hamburg sei ihm eine "vielbeachtete Hochschulreform gelungen". Dräger gehörte dem Hamburger Senat seit Oktober 2001 an. Zwischen April 2004 und April 2006 war er auch für das Ressort Gesundheit verantwortlich.

Dräger nannte den Wechsel eine Chance, "den Bildungsstandort Deutschland weiter mit gestalten zu können". "Ich habe mein politisches Amt gerne ausgeübt und entscheidende Reformen in Hamburg auf den Weg bringen können", sagte er. Die Entscheidung, den Senat in Hamburg zu verlassen, sei ihm schwer gefallen. Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) bedauerte den Weggang: "Auch wenn ich gerne mit ihm weiter zusammengearbeitet hätte, habe ich Verständnis, dass Herr Dräger nach über sechs Jahren in der Politik neue Herausforderungen sucht."

Im vergangenen Jahr war der frühere Stiftungsvorstand Prof. Werner Weidenfeld nach einer anonymen Anzeige wegen einer Spesenaffäre zurückgetreten. Gegen die Zahlung von 10 000 Euro hatte die Staatsanwaltschaft München das Verfahren gegen ihn eingestellt.

Die 1977 von Stifter und Bertelsmann-Firmenpatriarch Reinhard Mohn gegründete Bertelsmann Stiftung befasst sich seit Jahren mit der Reform des Bildungssystems in Deutschland. Dazu zählen den Angaben zufolge beispielsweise die frühkindliche Förderung sowie größere Eigenverantwortung von Schulen. Das 1994 von der Stiftung und der Hochschulrektorenkonferenz gegründete CHE setze sich für größere Autonomie und mehr Wirtschaftlichkeit der Hochschulen ein.