Tarifkonflikt: Bahn und GDL

Lokführer brechen Verhandlungen ab

Der Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL flammt neu auf. Die Verhandlungen über einen Grundlagentarifvertrag in Berlin wurden ergebnislos abgebrochen. GDL-Chef Schell erneuert sein Ultimatum an die Bahn zur Lösung des Tarifstreits bis 7. März.

"Am 7. (März) wird der Tarifvertrag unterschrieben, oder die Gremien beraten, wie es weitergeht", sagte Schell am Montag nach dem Abbruch der Verhandlungen. Diese könnten neue Streiks beschließen. "Eine Chance geben wir der Bahn nicht mehr, dass wir nach dem 7. in eine erneute Verhandlungsrunde eintreten", sagte Schell. Der von der Bahn verlangte Grundlagentarifvertrag verstoße eindeutig gegen Rechtsnormen. Deshalb könne die GDL ihn nicht unterschreiben.

Die Bahn macht einen solchen Tarifvertrag zur Bedingung, damit der Ende Januar ausgehandelte Entgelttarifvertrag in Kraft treten kann.

In Bahnkreisen wurde die Unterbrechung der Gespräche bestätigt. Es hieß weiter, die Gewerkschaft müsse sich an die gemeinsame Festlegung vom 30. Januar halten, derzufolge der Grundlagentarifvertrag und der Entgelttarifvertrag gleichzeitig unterschrieben werden sollten.

Grundsätzlich hatten sich beide Seiten auf Einkommenserhöhung von elf Prozent in zwei Stufen verständigt, der Vertrag ist aber noch nicht unterschrieben. "Wir werden der Bahn den Lokführer-Tarifvertrag jetzt zur Unterschrift vorlegen", sagte die GDL-Sprecherin. Über das weitere Vorgehen will die Gewerkschaftsspitze an diesem Dienstag in Frankfurt informieren. Am Montag verhandelten Bahn und GDL über den fünften Entwurf eines Grundlagentarifvertrages. Auch dieser Entwurf sei nicht akzeptabel gewesen, weil er die Eigenständigkeit der GDL stark eingeschränkt hätte, sagte die Gewerkschaftssprecherin.