Ostafrika: innenpolitische Krise

Einigung in Kenia erzielt

Tausende waren in den vergangenen zwei Monaten getötet worden, Hunderttausende geflohen. Jetzt wollen Präsident Mwai Kibaki und Oppositionsführer Raila Odinga eine Koalition bilden.

Nairobi. In Kenia haben die beiden politischen Rivalen, Präsident Mwai Kibaki und Oppositionsführer Raila Odinga, nach Angaben von Ex-UN-Generalsekretär Kofi Annan eine Einigung erzielt und wollen zusammen eine Koalition bilden. "Wir haben eine Übereinkunft", sagte Annan heute vor Journalisten in Nairobi. Noch am Nachmittag sollte ein Dokument unterzeichnet werden, in dem Einzelheiten über die Teilung der Macht und die Beendigung der seit zwei Monaten andauernden innenpolitischen Krise in Kenia festgehalten werden.

Kibaki und Odinga hatten seit dem Morgen mit Annan und dem tansanischen Präsidenten und Vorsitzenden der Afrikanischen Union, Jakaya Kikwete, verhandelt. Anschließend trafen sich Kibaki und Odinga mit ihren jeweiligen Parteispitzen, um über die Übereinkunft zu beraten. Auf einem weiteren Treffen sollten vor der Unterzeichnung der Vereinbarung letzte Einzelheiten geklärt werden.

Odinga hat Kibakis Sieg bei den Präsidentenwahlen im Dezember nicht anerkannt und spricht von Wahlbetrug. Bei blutigen Unruhen in Kenia waren in den vergangenen zwei Monaten rund 1500 Menschen getötet worden und Hunderttausende vor der ethnischen Gewalt geflohen. Noch Anfang der Woche hatte Annan, der die Vermittlungsgespräche leitet, vor einem Scheitern der Verhandlungen und den Folgen für das ostafrikanische Land gewarnt.

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