Neue Aufgabe: für Henkel-Chef

Ulrich Lehner wird Aufsichtsratschef der Telekom

Der Manager werde per Gericht in den Aufsichtsrat bestellt, teilte die Telekom mit. Lehner folgt dem früheren Post-Chef Klaus Zumwinkel, der den Posten im Zuge der Steueraffäre räumen musste.

Bonn. Der scheidende Henkel-Chef Ulrich Lehner wird neuer Aufsichtsratsvorsitzender bei der Deutschen Telekom. Der Manager werde per Gericht in den Aufsichtsrat bestellt, teilte die Telekom am Mittwoch nach einer Sitzung des Aufsichtsrats in Bonn mit. Lehner folgt dem früheren Post-Chef Klaus Zumwinkel, der den Posten im Zuge der Steueraffäre räumen musste. Bis zur Bestellung von Lehner soll Klaus Schlede vorübergehend das Gremium leiten.

Schlede wird altersbedingt zur Hauptversammlung im 15. Mai ebenfalls aus dem Aufsichtsrat ausscheiden. Nachfolger wird Hans Martin Bury.

Lehner ist nach Helmut Sihler und Hans-Dietrich Winkhaus der dritte Henkel-Chef, der nicht aus der Familie des Firmengründers stammt - und der dritte Aufsichtsratschef der Telekom der aus dem Hause des Konsumgüterkonzerns kommt. Der Finanzexperte und Wirtschaftsprüfer ist mit Ausnahme einer dreijährigen Unterbrechung bereits seit 1981 für Henkel tätig. Den Vorsitz der Geschäftsführung übernahm er 2000. Unter seiner Regie wurden die Weichen für milliardenschwere Zukäufe im Ausland gestellt. Ein Meilenstein war der Kauf des zweitgrößten US-Waschmittelherstellers Dial.

Der gebürtige Düsseldorfer und Vater von drei Kindern ist in der Spitzenliga der deutschen Wirtschaft gut vernetzt. Lehner sitzt seit längerem unter anderem in den Kontrollgremien von E.ON und Porsche. Im Januar diesen Jahres zog er in den Aufsichtsrat von ThyssenKrupp ein.

Gut gewappnet ist Lehner für seine neue Aufgabe bei der Telekom: Sein engster Berater in Telekom-Fragen wird künftig Thomas Geitner sein, der sich in dieser Branche bestens auskennt und ab März in die Henkel-Geschäftsführung eintritt. Fast sieben Jahre hatte Geitner dem Vorstand des Vodafone-Konzerns angehört und war schon einmal als ein Kandidat für den Chefsessel bei der Telekom gehandelt worden.