Sportchef Schulte: Dritter Anlauf auf St. Pauli

Auch für Helmut Schulte sind aller guten Dinge drei: Zweimal war er bereits für den FC St. Pauli tätig - von 1987 bis 1991 als Trainer, von 1996 bis 1998 als Manager -, nun versucht er sich zumindest für die nächsten drei Jahre als Sportchef.

Am Mittwoch wurde der 50-Jährige von Corny Littmann, dem Präsidenten des Hamburger Fußball-Zweitligisten, der Öffentlichkeit in seiner neuen Position präsentiert. "Das ist ein guter Tag für den FC St. Pauli", sagte Littmann. Wegen des Trios Schulte, Teamchef Holger Stanislawski und Jugendkoordinator Joachim Philipkowski gebe es für "junge Spieler in Deutschland kaum eine bessere Adresse als den FC St. Pauli", meinte Littmann.

Schulte muss sich an sein neues Umfeld erst gewöhnen. Wie zum Beweis versprach er sich prompt beim ersten Satz. "Danke für das Vertrauen, dass mir das Präsidium des FC Schalke entgegenbringt", kam ihm über die Lippen. Der gebürtige Sauerländer hatte zuvor zehn Jahre für die Schalker als Leiter der Nachwuchsabteilung gearbeitet. St. Pauli, beeilte er sich zu versichern, sei aber in seinem Herzen. "Ich habe beim FC St. Pauli noch eine Rechnung offen aus meiner Zeit als Manager. Da habe ich Fehler gemacht, die Sache war nicht rund", gestand der frühere Bundesliga-Trainer, der die Hamburger 1988 in die deutsche Eliteliga geführt hatte. Auf seine neue Aufgabe habe er "richtig Bock. Das ist mein Ding", meinte er.

Kompetenzgerangel mit Teamchef Stanislawski, der bislang auch Sportchef war, werde es nicht geben, versicherte Schulte. Dem stimmte Stanislawski zu. "Helmut Schulte ist der Hauptverantwortliche für den sportlichen Bereich. Er ist der Kopf für die Umsetzung von Visionen. Als Trainer kannst du immer nur mittelfristig planen", meinte der Teamchef und beteuerte: "Ich habe keine Probleme, Macht und Kompetenzen abzugeben."

Littmann lobte an Schulte Ruhe und Gelassenheit sowie dessen strukturelles Denken: "Er ist nicht derselbe wie vor zehn Jahren. Er ist einer der kompetentesten Fußball-Fachleute mit weit verzweigten Kontakten." Als sein vorrangiges Aufgabenfeld sieht der Sportchef den Lizenzspielerkader, die Scouting-Abteilung und den Nachwuchs. Schulte: "Ich bin zwar keine Frau, aber drei Sachen gleichzeitig muss man schaffen."